So war der Tag : Stromkonzerne unter Druck

Der Dax hat sich am Montag kaum bewegt. Gebremst von Kurseinbußen bei den Versorgeraktien, schloss der deutsche Leitindex nahezu unverändert mit einem hauchdünnen Minus von 0,04 Prozent bei 7160 Punkten. Der M-Dax der mittelgroßen Werte legte hingegen 0,3 Prozent auf 10 730 Punkte zu. Für den Index der Technologiewerte Tec-Dax ging es dank hoher Kursgewinne bei den Titeln der erneuerbaren Energien sogar um 1,6 Prozent auf 911 Punkte nach oben.

Händler verwiesen neben den Verlusten bei den Energiekonzernen auch auf anhaltende Sorgen über die Schuldenkrise in Europa. Zudem seien die Umsätze wegen Feiertagen in den USA und Großbritannien gering geblieben.

Nach der Entscheidung der Regierungskoalition über einen Atomausstieg bis spätestens 2022 gerieten die Versorgertitel von Eon und RWE erneut unter Druck. An der umstrittenen Brennelementesteuer für die Atomkonzerne hält die Koalition fest. Das war von den Märkten bereits erwartet worden. Dennoch dürften jene Optimisten enttäuscht worden sein, die auf eine Abschaffung der Steuer gehofft hatten. RWE rutschte um zwei Prozent ab, gefolgt von Eon mit minus 2,4 Prozent.

Im Tec-Dax hingegen profitierten die Anbieter erneuerbarer Energien von den Atom-Ausstiegsplänen. An der Spitze zog Nordex um 13,3 Prozent an, das zuletzt noch auf Rekordtief befindliche Q-Cells erholte sich um 8,5 Prozent. Ein Börsianer verwies zudem auf Aussagen aus dem Management des chinesischen Photovoltaik-Allrounders LDK Solar, die auf eine Trendwende des Sektors im laufenden Quartal hoffen ließen. Nur für Singulus-Anteile ging es um 1,1 Prozent nach unten. Der Spezialmaschinenbauer will mit einer Kapitalerhöhung an frisches Geld für seine Solar-Sparte kommen. Brutto könnten dem Unternehmen durch die Maßnahme Barmittel von rund 26 Millionen Euro zufließen, teilte Singulus mit.

Commerzbank-Aktien rutschten um 2,9 Prozent ab und knüpften damit an die Verluste der Vorwoche an. Die Titel würden weiterhin durch die Kapitalerhöhung belastet, sagte ein Händler. Die Ankündigung einer Kapitalerhöhung hat auch Heidelberger Druckmaschinen ins Minus gedrückt. Die Aktien verloren nach anfänglichen Gewinnen bis zu 2,2 Prozent und waren damit so billig wie seit Ende Juli 2009 nicht mehr. Der Druckmaschinen-Hersteller hat seit Jahresbeginn knapp 25 Prozent seines Börsenwertes eingebüßt und gehört damit zu den schwächsten Werten im M-Dax.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,74 (Freitag: 2,73) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel leicht um 0,04 Prozent auf 123,86 Punkte. Der Bund Future gab um minimale 0,01 Prozent auf 125,63 Punkte nach. Der Euro legte weiter zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4272 (Freitag: 1,4265) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7007 (0,7010) Euro. dpa

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