So war der Tag : Suche nach dem Trend

Unerwartet schwache Konsumdaten aus den USA haben am Dienstag einen weiteren Anstieg des Dax gebremst. Nachdem der deutsche Leitindex gestützt durch positive Daten aus Deutschland und erfolgreiche Anleiheplatzierungen der Krisenstaaten Italien und Spanien zeitweise um weitere 0,7 Prozent geklettert war, drehte er bis zum Abend wieder um 0,2 Prozent ins Minus auf 6728 Punkte. Auch für den M-Dax ging es um 0,4 Prozent nach unten auf 10 253 Punkte. Dem Tec-Dax blieb indes ein kleines Plus von 0,2 Prozent auf 773 Punkte, nachdem er bei 782 Punkten abermals den höchsten Stand seit Anfang August vergangenen Jahres markiert hatte.

Ein klarer Trend war bis zum Abend nicht erkennbar. Ein Börsianer konstatierte aber trotz aller Unsicherheiten „Käufe bei jeder kleinsten Schwäche“, die die Aktien nach unten abgesichert hätten. Viele unterinvestierte Marktteilnehmer suchten noch den „Sprung auf den starken Aufwärtstrend“.

Der US-Einzelhandel ist schwächer als erwartet ins Jahr gestartet. Der Umsatz stieg um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat, teilte das Handelsministerium in Washington am Dienstag mit. Analysten hatten mit einem Plus von 0,7 Prozent gerechnet. Im Dezember, auf den der größte Teil des wichtigen Weihnachtsgeschäfts fiel, stagnierten die Umsätze sogar. Ursprünglich hatte das Ministerium ein Mini-Plus von 0,1 Prozent ermittelt. Besonders die Nachfrage nach Autos samt Zubehör ließ zu Jahresbeginn nach. Auch der Online-Versandhandel büßte ein. Die Einzelhandelsdaten gelten als wichtiger Indikator für die Konjunkturentwicklung in den USA, da deren Wirtschaftsleistung zu mehr als zwei Dritteln vom privaten Konsum abhängt.

Aktien der Deutschen Börse hielten sich nach den Zahlen vom Vorabend mit plus 2,4 Prozent die Dax-Spitze. Der Börsenbetreiber hat im Schlussquartal 2011 Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis erzielt und die Markterwartungen übertroffen. Zudem ist neben einer Steigerung der regulären Dividende auch eine Sonderdividende sowie ein neues Aktienrückkaufprogramm in der zweiten Jahreshälfte geplant, um die Aktionäre nach der gescheiterten Fusion mit NYSE Euronext bei Laune zu halten. Die Papiere von Thyssen-Krupp rutschten indes nach Zahlen um 3,8 Prozent ab. Der Stahl- und Industriekonzern bleibt tief in den roten Zahlen und traut sich auch viereinhalb Monate nach Beginn des Geschäftsjahres keinen konkreten Ausblick zu.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,61 (Vortag: 1,63) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel leicht um 0,03 Prozentpunkte auf 130,70 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,18 Prozent zu auf 138,48 Punkte. Der Euro fiel wieder zurück. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3169 (Montag: 1,3254) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7594 (0,7545) Euro. Tsp

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