So war der Tag : Trübes Marktumfeld

Neue Hiobsbotschaften aus Griechenland haben den Dax am Montag im Feiertagshandel erheblich belastet. Der deutsche Leitindex verlor 2,3 Prozent auf 5376 Punkte. Schon am Freitag hatte er mit einem deutlichen Minus geschlossen und mit einem Abschlag von rund 25 Prozent das schwächste Quartal seit neun Jahren verbucht. Der M-Dax fiel am Montag um 2,1 Prozent auf 8163 Punkte. Für den Tec-Dax ging es um 2,6 Prozent auf 645 Punkte nach unten.

„Die Anleger stehen weiter im Bann der wichtigen Entwicklungen in Griechenland“, sagte Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets. Am Wochenende war bekannt geworden, dass der Schuldenstaat sein für dieses Jahr gestecktes Sparziel verfehlen wird. Hinzu kommt: Die Stimmung in der deutschen Industrie ist so schlecht wie seit zwei Jahren nicht - dies geht aus dem neuen Einkaufsmanager-Index des Forschungsunternehmens Markit hervor. Der Index für den wichtigsten Wirtschaftsraum der Eurozone sank im September um 0,6 Punkte auf 50,3 Zähler, wie Markit am Montag in London mitteilte. Damit liegt der Index nur noch knapp über der Schwelle von 50, bei der überhaupt noch von einem Wirtschaftswachstum ausgegangen wird.

Nicht nur in Deutschland, auch in Asien und im Rest Europas dominierten wieder die roten Kurszeichen. Besonders deutlich waren die Verluste an der Börse in Hongkong ausgefallen: Dort sackte der Hang-Seng am Montag um über vier Prozent – ein Rekordminus. Händler machten auch Sorgen um das Wachstum in China und den USA verantwortlich. Die europäischen Börsen präsentierten sich ebenfalls schwach: Autowerte, französische Bankaktien und Versicherungstitel mussten große Abschläge hinnehmen. Angesichts des trüben Marktumfelds versammelten sich die besonders konjunktursensiblen Aktien am Dax-Ende. So büßten Daimler, VW und BMW zwischen 2,3 und 5,7 Prozent ein.

Auch Finanzwerte wurden erneut gemieden. Die Titel der Commerzbank etwa fielen um 7,3 Prozent und die der Deutschen Bank um 2,2 Prozent. Börsianer begründeten die Verluste mit der Nachricht, dass die Ratingagentur Moody's eine mögliche Herabstufung der drei operativ bedeutendsten Sparten der Finanzgruppe Dexia prüfe. Dies schüre Spekulationen, dass die belgische Bank erneut vom Staat gestützt werden müsste. An der Börse in Brüssel brachen die Dexia-Titel zeitweise um bis zu 14 Prozent ein und zählten zu den schwächsten Werten in Europa.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,64 (Freitag: 1,74) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,54 Prozent auf 130,25 Punkte. Der Bund Future gewann 0,48 Prozent auf 137,15 Punkte. Der Eurokurs fiel deutlich. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3327 (1,3503) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7504 (0,7406) Euro. Tsp

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