So war der Tag : Umschuldung stützt den Dax

Die Umschuldung in Griechenland und gute Daten vom US-Arbeitsmarkt haben haben dem deutschen Aktienmarkt am Freitag Auftrieb verliehen. Der Dax verabschiedete sich mit einem Gewinn von 0,7 Prozent bei 6880 Punkten aus dem Freitagshandel. Nach seinem kräftigen Kurseinbruch vor drei Tagen endete die Handelswoche für den Leitindex damit einigermaßen versöhnlich: Auf Wochensicht verbuchte das Kursbarometer nur ein vergleichsweise kleines Minus von 0,6 Prozent. Der M-Dax stieg am Freitag um 0,8 Prozent auf 10 514 Punkte, der Tec-Dax kletterte um 1,3 Prozent auf 769 Punkte.

Am Anleihenmarkt wurde die Resonanz auf das griechische Tauschprogramm mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Die Renditen auf italienische und spanische zehnjährige Staatsanleihen gaben nach. Nach Einschätzung des Chefvolkswirts der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer, sind die Ansteckungseffekte für diese Reformländer nun „markant minimiert“. Anders sahen das Investoren mit Blick auf Portugal. Die Renditen auf Staatsanleihen aus Lissabon zogen an und stiegen zeitweise über 15 Prozent.

Bankentitel notierten nach der Griechenland-Einigung zunächst fester, drehten im Verlauf aber teils deutlich ins Minus. So verloren die Papiere der Commerzbank 2,5 Prozent. Die Aktien von Linde gehörten zu den Dax-Gewinnern. Sie kletterten nach besser als erwartet ausgefallenen Zahlen um mehr als 5,6 Prozent. Lufthansa-Papiere verloren indes 0,7 Prozent. Deutschlands größte Fluggesellschaft schlägt einen strikten Sparkurs ein und hatte am Freitag mitgeteilt, dass sie einen konzernweiten Einstellungsstopp verhängt. „Wir müssen uns im gesamten Konzern darauf vorbereiten, in deutlich höherem Maß Kosten zu senken“, sagte Finanzvorstand Stephan Gemkow.

Auch die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) gehörten am Freitag zu den Dax-Verlierern, sie gaben um 1,9 Prozent nach. Im M-Dax verteuerten sich Deutsche EuroShop-Anteilsscheine nach Vorlage von Zahlen um 2,5 Prozent.

Der Kurs des Euro ist zum Wochenschluss trotz des erfolgreichen Schuldenschnitts in Griechenland deutlich gesunken und bis an die Marke von 1,31 US-Dollar zurückgefallen. Die Anleger hätten die positive Nachricht bereits am Vortag vorweggenommen und kurz vor dem Wochenende auf unerwartet gute Konjunkturdaten aus den USA reagiert, sagten Experten. Am Freitag rutschte die Gemeinschaftswährung auf 1,3117 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3191 (Donnerstag: 1,3242) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7581 (0,7552) Euro. Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,48 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 131,23 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,10 Prozent auf 138,20 Punkte. Tsp

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