So war der Tag : Unverändert unentschieden

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Montag nur knapp vom Negativtrend der vergangenen vier Handelstage lösen können. Gute Zahlen von Hochtief stützten anfangs die Kurse, die aber schnell wieder von den Sorgen um die Konjunkturentwicklung in Europa und den USA eingeholt wurden, hieß es unter Börsianern. „Nach dem Ende der Berichtssaison fehlt es den Märkten aktuell an klaren Kurstreibern“, sagte Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank und ein Händler erklärte: „Die Anleger sind sehr nervös und schauen nur noch auf Wirtschaftsdaten.“

Für Verstimmung sorgte laut Börsianern am Montag vor allem, dass die japanische Wirtschaft im zweiten Quartal nur minimal gewachsen ist. Auch der Blick auf die Entwicklung der US-Industrie im Bundesstaat New York bot Anlass zur Skepsis: Der Empire-State-Index hat im August zwar zugelegt, blieb insgesamt jedoch unter den Erwartungen der Analysten. Die wirtschaftliche Erholung habe im Vergleich zum Frühjahr dieses Jahres deutlich an Schwung eingebüßt, schrieb Helaba-Analystin Viola Stork in einem Kommentar.

Der Leitindex Dax gewann zum Handelsschluss 0,16 Prozent und schloss unverändert auf 6110 Punkte. Der M-Dax stieg um 0,2 Prozent auf 8283 Punkte und auch der Tec-Dax rückte um 0,1 Prozent vor auf 747 Punkte.

Anteilsscheine von Hochtief kletterten nach Quartalszahlen um 5,5 Prozent und waren als bester Wert eine Stütze für den Index der mittelgroßen Werte M-Dax. Das Zahlenwerk ist Händlern zufolge besser als erwartet ausgefallen. Vor allem die Auftragseingänge hätten positiv überrascht und zu einem erhöhten Ausblick für die Neubestellungen geführt, hieß es. Händler zogen aus den Zahlen auch positive Schlüsse für die Aktien des Zementherstellers Heidelberg-Cement, die an der Dax-Spitze um 2,7 Prozent zulegten.

Finanzwerte gehörten indes zu den schwächeren Werten. Aktien der Deutschen Bank waren mit minus 1,6 Prozent einer der schwächsten Werte im Dax. Auch die Papiere der Commerzbank und der Postbank gaben um 0,6 und 0,5 Prozent nach. Darüber hinaus sorgten Analystenkommentare bei einigen Aktien für Bewegung. K+S verloren 1,9 Prozent, weil die Analysten von Unicredit die Aktien nun zum Verkauf empfehlen. JP Morgan erhöhte Merck auf „Neutral“, worauf die Papiere 2,4 Prozent zulegten. Gagfah gaben im M-Dax um 4,3 Prozent nach. Macquarie hatte die Einstufung gesenkt.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,04 (Freitag: 2,10) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,21 Prozent auf 127,86 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,28 Prozent auf 131,85 Punkte. Auch der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2820 (Freitag: 1,2799) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7800 (0,7813) Euro. Tsp

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