So war der Tag : US-Daten drücken den Dax

Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten und die Sorge über eine Ausbreitung der Schuldenkrise auf Osteuropa haben die Anleger am Aktienmarkt am Freitag verängstigt. Der Dax rutschte 1,9 Prozent auf 5938 Zähler. „Das war ein richtiger Schock für den Markt“, kommentierte ein Händler die Arbeitslosendaten für Mai aus den USA. Schon zuvor war der Markt angegriffen gewesen, nachdem Ungarn ein überraschend großes Haushaltsloch eingestanden hatte. Auch der Euro geriet erneut unter Druck und fiel auf bis zu 1,9494 Dollar.

Der M-Dax mittelgroßer Werte sank um zwei Prozent auf 7965 Punkte, der Technologie-Werte Tec-Dax büßte ein Prozent auf 749 Punkte ein. In den USA ging die Arbeitslosenquote im Mai zwar überraschend deutlich zurück, allerdings handelt es sich bei einem Großteil der neuen Stellen um kurzfristige Jobs im Zusammenhang mit einer derzeit laufenden Bevölkerungszählung. Postbank-Volkswirt Thilo Heidrich wies darauf hin, dass im privaten Sektor anders als im staatlichen Bereich nur wenige neue Stellen entstanden. Zudem sei das Ergebnis von der jüngsten Volkszählung positiv beeinflusst worden. Dieser statistische Einmaleffekt falle künftig weg, damit seien Rückschläge in den nächsten Monaten programmiert. Der private Konsum spielt für das Wachstum in den USA eine größere Rolle als im exportorientierten Deutschland.

Mit Sorge aufgenommen wurden nach Angaben von Händlern auch Aussagen aus der ungarischen Regierung über die Finanzsituation des Landes. Ein ranghoher Vertreter wurde mit den Worten zitiert, Ungarn habe nur eine „geringe Chance, eine Situation wie in Griechenland zu vermeiden“. Im Zuge dessen ging es für Bankenwerte in den Keller: Papiere der Deutsche Bank rutschten um 2,9 Prozent und bildeten damit das Dax-Schlusslicht. Auch Commerzbank-Papiere verloren 2,5 Prozent.

Bei Handelsschluss lagen 28 der 30 Dax-Werte im Minus. Verkauft wurden insbesondere die im Leitindex schwer gewichteten Industriewerte, die von einer schwächer laufenden Wirtschaftserholung besonders betroffen sein würden. Die Papiere von Siemens, Volkswagen und BMW verloren jeweils rund drei Prozent.

Im Tec-Dax galt das Interesse vor allem Solarwerten. Die geplante Kürzung der Solarförderung dürfte sich verzögern. Trotz der negativen Entwicklung am Markt konnten sich etwa Q-Cells-Aktien mit plus ein Prozent in der Gewinnzone halten.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,22 (Vortag: 2,26) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 127,63 Punkte. Der Bund Future gewann 0,74 Prozent auf 129,45 Punkte. Der Referenzkurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,2060 ( 1,2268) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit am Freitag 0,8292 (0,8151) Euro. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar