So war der Tag : US-Daten heben die Stimmung

Die unerwartet gute Stimmung unter den US-Verbrauchern hat die Börsen in Europa am Dienstag im Handelsverlauf leicht nach oben bugsiert. Der Dax, der vor Veröffentlichung der Daten unverändert notiert hatte, gewann bis zum Handelsschluss 0,2 Prozent auf 7425 Zähler. Der M-Dax legte 0,6 Prozent auf 11 165 Punkte zu, der Tec-Dax notierte zuletzt auf dem Schlussstand des Vortages bei 816 Zählern. Der Euro stieg am Abend auf 1,2943 Dollar. Im Gegenzug drehte der Bund-Future ins Minus.

„In den vergangenen Wochen gab es vermehrt positive Meldungen über die Entwicklung des privaten Verbrauchs in den USA“, kommentierte Postbank-Analyst Thilo Heidrich. „Die Einzelhandelsumsätze stiegen ebenso wie die gesamten Konsumausgaben. Dass sich nun auch die Stimmung unter den Verbrauchern aufhellt, spricht für weitere Anstiege in der näheren Zukunft“. Heidrich rechnet damit, dass der private Verbrauch in den nächsten Monaten und Quartalen eine Wachstumsstütze für die US-Wirtschaft sein wird. Und dies könnte sich positiv auch auf die gesamte Weltwirtschaft auswirken.

Der deutsche Aktienmarkt stand am Dienstag ganz im Zeichen der Autobranche. Warnungen von Daimler und Volkswagen vor einer sich eintrübenden Autokonjunktur lasteten Marktteilnehmern zufolge auf den Kursen. Die Grundstimmung bleibe jedoch positiv und Rücksetzer würden zum Kauf genutzt, hieß es im Handel. Nach Daimler-Chef Dieter Zetsche äußerte sich am Dienstag auch VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch im Rahmen einer Betriebsversammlung in Wolfsburg zu den Ertragsaussichten im laufenden Jahr. Zwar betonte Pötsch die Stärke und Robustheit des VW-Konzerns angesichts der Zahlen für das erste Halbjahr und der Auslieferungen in den ersten acht Monaten. Laut Pötsch wird das zweite Halbjahr aber schwieriger: „Die Rahmenbedingungen sind und bleiben herausfordernd.“ Die Daimler-Aktie verlor am Dienstag 1,6 Prozent, das VW-Papier 1,7 Prozent, BMW-Titel 1,4 Prozent. Auch europaweit waren Autowerte die mit Abstand schwächste Branche. Die Aktien von Conti standen wegen einer Platzierung durch den Großaktionär Schaeffler im Mittelpunkt des Interesses. Mit einem Minus von vier Prozent auf 78,22 Euro waren die Papiere vor Infineon (minus 6,1 Prozent) schwächster Wert im Dax. Schaeffler verkaufte rund zehn Prozent seiner Anteile an dem Autozulieferer zum Preis von 77,50 Euro. Der bayerische Chipkonzern Infineon verschärft angesichts immer schlechter laufender Geschäfte den Sparkurs.

Am Rentenmarkt sank die Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,20 (Vortag 1,24) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,34 Prozent auf 134,29 Punkte. Der Bund-Future kletterte um 0,07 Prozent auf 140,47 Punkte. Der Euro stieg leicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2932 (Montag: 1,2916) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7733 (0,7742) Euro. Tsp

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