So war der Tag : US-Daten sorgen für Verwirrung

Der Rückgang der US-Arbeitslosenquote hat die Anleger am Aktienmarkt zum Wochenschluss zu zaghaften Käufen verleitet. Der Dax schloss am Freitag 0,3 Prozent fester bei 7216 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf mit 7226 Zählern ein neues Jahreshoch erreicht hatte. Der Stellenaufbau in den USA war im Januar deutlich hinter den Berechnungen von Experten zurückgeblieben, zugleich fiel aber die Arbeitslosenquote mit neun Prozent besser aus als erwartet. Der M-Dax mittelgroßer Werte kletterte um 0,3 Prozent auf 10 302 Punkte. Der Tec-Dax gewann dank einiger starker Werte aus dem Sektor Erneuerbare Energien 0,7 Prozent auf 882 Punkte.

Nach Ansicht von Analysten dürfte die Arbeitsmarktstatistik durch den heftigen Wintersturm in weiten Teilen der USA verzerrt worden sein. Sowohl Firmen als auch Arbeitssuchende hätten ihre Daten nicht rechtzeitig bei den Ämtern einreichen können. “Es gab da einige Verwirrung, ehe man sich einig war, was von diesem Arbeitsmarktbericht zu halten ist“, kommentierte ein Händler.

An den europäischen Märkten konnten sich vor allem Bankentitel weiter erholen, die im Zuge der Finanzkrise kräftig Federn gelassen hatten. Aktien der Deutschen Bank knüpften mit plus zwei Prozent an ihren Aufwärtstrend vom Vortag. Damit steht die Aktie so hoch wie seit der Kapitalerhöhung im September nicht mehr. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte am Vortag mit Bekanntgabe der Bilanzzahlen die Erwartungen für das laufende Jahr nach oben geschraubt.

Fondsmanager Daniel Zindstein vom Finanzdienstleister Gecam sprach von einem Favoritenwechsel: „Zyklische Autotitel, die Überflieger des letzten Jahres, haben zugunsten der Kellerkinder Banken und Versorger abgeben müssen.“ Bestes Beispiel seien Aktien der Allianz, die seit Jahresbeginn bereits knapp 20 Prozent zugelegt haben. Am Freitagmittag notierten sie 0,5 Prozent höher. Dagegen verloren die Papiere von VW, Daimler und BMW zwischen 0,6 und 0,8 Prozent.

Im Tec-Dax sprangen Aktien des Windradbauers Nordex mit plus 8,7 Prozent Euro an die Spitze. Zum Jahresende hat Nordex drei Großaufträge für die Türkei und Polen erhalten. Damit hat das Neugeschäft des Jahres 2010 das Vorjahr zweistellig übertroffen. Ein Händler sagte: „Das klingt positiv und nach der Schwäche der Aktien in den vergangenen Monaten sollte das einen kleinen Schub bringen.“ Allerdings bleibe die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung abzuwarten.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,90 (Vortag: 2,93) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,04 Prozent auf 122,17 Punkte. Der Bund Future gab 0,26 Prozent auf 122,90 Punkte ab. Der Euro ist auf 1,3545 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3631 (1,3803) US-Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7336 (0,7275) Euro. Tsp

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