So war der Tag : US-Haushalt lässt Börse kalt

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag kaum von der Haushaltssperre in den USA beeindrucken lassen. Die zu großen Teilen gelähmte Verwaltung in der größten Volkswirtschaft der Welt sei zwar keine gute Nachricht, sagten Händler. Nach dem Streit der vergangenen Tage sei es aber keine Überraschung mehr gewesen, dass sich der Kongress in Washington nicht auf einen Übergangshaushalt habe einigen können.

Der deutsche Leitindex Dax gewann zuletzt 1,1 Prozent auf 8689 Punkte. Der M-Dax mittelgroßer Werte stieg um 0,9 Prozent auf 15 174 Zähler. Der Technologieindex Tec-Dax drehte nach schwächerem Start ebenfalls ins Plus und stieg zuletzt um 0,7 Prozent auf 1090 Punkte. Auch für den Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 ging es um 1,2 Prozent aufwärts. Konjunkturdaten wie die Arbeitslosenzahlen in Deutschland gingen am Markt nahezu spurlos vorbei.

Für Analyst Gregor Kuhn vom Broker IG ist der bisherige Rücksetzer an den Aktienmärkten rund um den US-Budgetstreit „erstaunlich moderat ausgefallen“. Mit dem Verwaltungsstillstand rückt an den Märkten nun die Debatte um die US-Schuldenobergrenze näher. Die Konjunkturexperten der Dekabank sehen ein mögliches Scheitern dieser Verhandlungen schwerwiegender. Werde die Deckelung bis Mitte Oktober nicht angehoben, könnten die USA in die Situation geraten, nicht mehr alle Zinszahlungen fristgerecht überweisen zu können, schrieben sie. Börsianer befürchten dann eine noch größere Verunsicherung der Anleger. Hinzu kommt noch die weitere Unsicherheit in Italien. An diesem Mittwoch will Ministerpräsident Enrico Letta im Parlament die Vertrauensfrage stellen.

Stärkster Einzelwert im Dax war die Aktie der Commerzbank mit einem Plus von 3,2 Prozent. Das Schlusslicht bildete Henkel (minus 1,6 Prozent).

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,41 Prozent am Vortag auf 1,46 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 133,53 Punkte. Der Bund-Future mit Laufzeit Dezember verlor 0,23 Prozent auf 140,27 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,3554 (Montag: 1,3505) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7378 (0,7405) Euro. Tsp

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