So war der Tag : US-Konjunktur belastet Dax

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag nach enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA im Minus geschlossen. Dem Dax ging am Nachmittag die Luft aus – er verabschiedete sich 0,4 Prozent leichter bei 6512 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht hat er aber fast 1,7 Prozent zugelegt. Seit dem Jahreswechsel ist der Dax damit um mehr als zehn Prozent geklettert. Der M-Dax gab am Freitag um 0,3 Prozent auf 9940 Punkte nach. Der Tec-Dax ging 0,2 Prozent leichter bei 745 Punkten in das Wochenende.

„Die etwas schlechter als erwartet ausgefallenen Zahlen zum Wirtschaftswachstum in den USA sind nach einer stramm positiven Woche an den Aktienmärkten ein willkommener Grund für Gewinnmitnahmen“, kommentierte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank die jüngste Kursschwäche. „Es muss sich aber niemand über das US-Wirtschaftswachstum grämen.“

Die Papiere der Stahlkonzerne gehörten wegen Gewinnmitnahmen und negativen Vorgaben aus Asien zu den Verlierern. Börsianer verwiesen auf schwache Zahlen von Nippon Steel aus Japan. ThyssenKrupp verloren 1,1 Prozent und konnten damit nicht von Berichten über einen unmittelbar bevorstehenden Verkauf der Edelstahltochter Inoxum profitieren. Im M-Dax gaben Salzgitter 1,6 Prozent ab und Klöckner & Co verloren 1,5 Prozent. Auch Autowerte standen nicht hoch im Kurs der Anleger: VW-Titel etwa gaben um 2,4 Prozent nach.

Pessimistische Analystenkommentare setzten Nokia-Aktien einen Tag nach Vorlage der Quartalszahlen zu. Die Titel des Handy-Herstellers verloren 5,7 Prozent, nachdem sie am Donnerstag noch fester notiert hatten.

Die Aktien der Energiekonzerne Eon und RWE gehörten indes zu den Favoriten der Anleger. „Der Sektor war bereits am Vorabend in Amerika und Europa sehr stark“, sagte ein Händler. „Es ist gerade eine Rotation aus den zuletzt sehr starken Finanzwerten heraus und rein in die vernachlässigten Versorger zu beobachten.“

Im Tec-Dax sanken die Aktien von Adva Optical Networking um 2,8 Prozent. Als Belastungsfaktor für die Titel des Glasfaserkabel-Spezialisten sahen Händler den enttäuschenden Ausblick des Netzwerkausrüsters Juniper Networks. Gefragt waren dagegen die Anteilsscheine von Gigaset, die sich um 8,1 Prozent verteuerten. Händlern zufolge wurde das Papier von einem Anlegermagazin empfohlen.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,55 (Vortag 1,58) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,27 Prozent auf 131,25 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,31 Prozent auf 139,12 Punkte. Der Kurs des Euro stagnierte: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3145 (Donnerstag: 1,3145) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7607 (0,7607) Euro. Tsp

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