So war der Tag : Verluste trotz guter Zahlen

Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch leichte Verluste verbucht. Nach freundlichem Start drehten die Börsen ungeachtet weiterer starker Quartalsbilanzen ins Minus.

Bis zum Handelsschluss gab der Leitindex Dax um 0,5 Prozent auf 6230 Punkte nach. Am Morgen war er noch bis auf rund 6281 Punkte gestiegen. Händler Stefan Söllner von der Postbank verwies auf die kräftigen Gewinne am Vortag und meinte: „Nachdem der Dax gestern um 1,7 Prozent zugelegt hat, ist eine kleine Pause heute gar nicht verkehrt.“ Der Technologiewerte-Index Tec-Dax gewann 0,1 Prozent auf 849 Punkte, während der M-Dax der mittelgroßen Werte um 0,1 Prozent auf 8480 Punkte fiel.

Gebremst wurden die Aktienmärkte davon, dass die Finanzprobleme Griechenlands wieder in den Fokus der Investoren rückten. „Griechenland wird wieder Thema, und so kommt auch Gerede über die Lage in Portugal auf“, sagte ein Händler. Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen der beiden südeuropäischen Staaten stiegen weiter an, der Euro stand ebenfalls unter Druck.

Nachdem zum Wochenstart Daimler mit überraschend starken Quartalszahlen den Markt begeisterte, folgte nun VW. Europas größter Autohersteller startete mit einem unerwartet kräftigen Gewinnsprung ins Jahr. Der operative Gewinn verdreifachte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beinahe. Analysten hatten mit weniger gerechnet. Die VW-Vorzüge stiegen daraufhin um 3,8 Prozent. Die Aktien von Infineon und Dialog Semiconductor profitierten laut Händlern vom enormen Erfolg des US-Konzerns Apple. Apple hatte im zweiten Quartal dank des Verkaufserfolgs des iPhones Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert und die Erwartungen des Marktes deutlich übertroffen. Apple-Aktien gewannen in Frankfurt 5,5 Prozent und zogen die Papiere von Infineon mit nach oben. Es gilt als offenes Geheimnis, dass der Münchener Konzern Apple mit Chips beliefert. Infineon-Aktien schlossen mit einem Plus von 3,8 Prozent. Im Tec-Dax gewann die Aktie von Dialog, ebenfalls ein Apple-Zulieferer, 1,7 Prozent.

Gerüchte darüber, dass die Deutsche Bank an einem Gebot für die restlichen Postbank-Aktien arbeitet, ließen die Titel der Postbank um 1,8 Prozent steigen. Die Aktien der Deutschen Bank gaben um 0,8 Prozent nach und konnten damit nicht von den überraschend starken Quartalszahlen des US-Konkurrenten Morgan Stanley profitieren.

Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere bei 2,74 (Vortag: 2,74) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 124,73 Punkte. Der Bund Future gewann 0,15 Prozent auf 123,68 Punkte. Der Kurs des Euro fiel kräftig. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3373 (Dienstag: 1,3486) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7478 (0,7415) Euro.Tsp

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