So war der Tag : Viel Bewegung am Verfallstag

Schwache US-Konjunkturdaten und neue Sorgen über die europäische Schuldenkrise haben den Dax am Freitag ins Minus gedrückt. Der deutsche Leitindex schloss am Abend 0,6 Prozent schwächer bei 6209 Punkten. Auf Wochensicht bedeutete das mit einem Minus von fünf Punkten fast keine Veränderung. Dagegen konnten die anderen deutschen Indizes zumindest einen Teil ihrer Tagesgewinne behaupten. Der M-Dax stand zum Handelsende 0,3 Prozent höher bei 8722 Punkten, der Tec-Dax rettete bei 774 Punkten ein Plus von 0,3 Prozent. Die nationalen Leitindizes in Paris und London schlossen im Minus.

Analyst Christoph Schmidt von der N.M.F. AG begründete den Rücksetzer am Markt bereits vor den US-Daten vor allem technisch. „Der Handel ist typisch für einen Verfallstag“, sagte Schmidt mit Blick auf den „Hexensabbat“ genannten großen Verfallstermin, an dem an den Terminbörsen quartalsweise zahlreiche Derivate auslaufen. Zudem rief das Rekordniveau der Renditen für irische Anleihen einem Händler zufolge die Finanzkrise wieder stärker ins Gedächtnis. „Das hat den Markt verunsichert, bei Irland denkt man schnell auch an Banken“, erklärte ein Börsianer.

Aktien des Handelskonzerns Metro stiegen um drei Prozent, nachdem der französische Konkurrent Carrefour angekündigt hatte, bis 2015 seinen Gewinn mehr als verdoppeln zu wollen. Dies trieb dessen Aktie an und sorgte für positive Stimmung im Einzelhandelssektor. Die Gewinne beim Halbleiterkonzern Infineon von 2,2 Prozent und einem Prozent beim Softwarehersteller SAP begründeten Händler mit guten Zahlen des SAP-Konkurrenten Oracle. Zudem soll Infineon die langfristigen Margenziele angehoben haben.

Dagegen mussten RWE-Titel Verluste von 2,2 Prozent hinnehmen. Laut einem Zeitungsbericht droht dem Stromkonzern 2011 wegen dauerhaft niedrigerer Stromerlöse sowie neuer Belastungen aus dem Atomkompromiss mit der Bundesregierung eine deutliche Senkung der Ergebnisziele. Titel des Konkurrenten Eon büßten am Dax-Ende 2,9 Prozent ein.

Im M-Dax legten die Aktien von Hochtief nach dem Übernahmeangebot von ACS um weitere 2,6 Prozent zu. Der spanische Baukonzern und Großaktionär ACS bietet acht eigene Aktien für jeweils fünf Hochtief-Anteile. Die LBBW sowie HSBC hoben in Reaktion auf die Übernahmeofferte zudem ihre Kursziele für Hochtief an.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,17 (Vortag: 2,14) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,2 Prozent auf 127,32 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,44 Prozent auf 129,95 Punkte. Der Euro sank zuletzt auf 1,3039 US-Dollar. Am Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3060 (1,3078) Dollar festgesetzt, der Dollar kostete damit 0,7657 (0,7646) Euro. Tsp

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