So war der Tag : Viele Zahlen, kleiner Gewinn

Die Bilanzsaison hat am Donnerstag Bewegung in den Aktienmarkt gebracht. Zahlreiche Unternehmen legten Quartalszahlen vor, der Dax kletterte zuletzt um 0,4 Prozent auf 6595 Punkte. Gewinnmitnahmen bremsten laut Händlern aber den Anstieg, zudem übten sich viele Anleger vor einer Entscheidung der US-Notenbank Fed über eine weitere Geldspritze in Geduld. Die schwache Eröffnung der Wall Street gab den Skeptikern recht. „Die Anleger bleiben auf der Hut und viele wollen einfach abwarten, wie die US-Notenbank nächste Woche entscheidet“, sagte ein Börsianer.

Bis dahin dürfte der Dax in seiner Spanne von 6550 bis 6650 Punkten verharren. Der M-Dax stagnierte am Donnerstag bei 9255 Punkte. Der Tec-Dax stieg um 1,3 Prozent auf 822 Punkte.

Die Fed berät am kommenden Mittwoch turnusgemäß über die Geldpolitik. Analysten rechnen mit einem neuen Anleihen-Kaufprogramm, das der schwächelnden US-Konjunktur unter die Arme greifen soll. Unterstützung erhielt der Dax von besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel in der Vorwoche auf ein Drei-Monats-Tief von 434 000. „Das sieht gut aus, aber eine Woche markiert noch keine Trendwende“, erklärte Analyst Wayne Kaufman von John Thomas Financial.

Gefragt waren im Dax die Aktien der Deutschen Telekom: Sie profitierten von der positiven Aufnahme des Quartalsberichtes der France Télécom und gehörten mit einem Plus von 3,1 Prozent zu den größten Dax-Gewinnern. „France Télécom hat solide Zahlen leicht über den Konsensschätzungen vorgelegt“, erklärte ein Börsianer.

Punkten konnten auch die Volkswagen-Aktien, die nach einer Reihe von Kursziel-Anhebungen um 2,8 Prozent anzogen. Der Autobauer hatte am Mittwoch eine Vervielfachung seines Gewinns vor Steuern im dritten Quartal bekanntgegeben. Die Papiere des Konkurrenten Daimler erlebten eine Berg- und Talfahrt. Die Aktien waren nach der erneuten Erhöhung der Ergebnisprognose zunächst um bis zu drei Prozent nach oben geschnellt, gaben dann aber 1,3 Prozent nach. Händler sagten, die höhere Prognose sei am Finanzmarkt bereits erwartet worden und Anleger nutzten die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen. Der Quartalsgewinn von Bayer stieg wegen Rückstellungen für Rechtsfälle vor allem in den USA weniger stark als erwartet. Die Aktie zählte zu den Dax-Verlierern und fiel um 1,6 Prozent.

Am Rentenmarkt lag die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere unverändert bei 2,29 Prozent. Der Rentenindex Rex sank minimal um 0,01 Prozent auf 126,75 Punkte. Der Bund Future verlor 0,07 Prozent auf 128,71 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3857 (Vortag: 1,3803) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7217 (0,7245) Euro. Tsp

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