So war der Tag : Vom Plus ins Minus

Ein skeptischer Wirtschaftsausblick von EZB-Chef Mario Draghi hat den Dax am Donnerstag weiter ins Minus gedrückt. Der deutsche Leitindex fiel erstmals seit Anfang Mai wieder unter die Marke von 8100 Punkten und gab um 1,2 Prozent auf 8099 Punkte nach. Der M-Dax sank zum Handelsschluss um 0,6 Prozent auf 13 707 Punkte. Für den Tec-Dax ging es um 0,4 Prozent auf 947 Punkte nach unten.

Europas oberster Währungshüter hatte zwar die Prognosen für das Wachstum der Eurozone in diesem Jahr weiter reduziert, die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen ist laut Experten dennoch gesunken. „Sollten sich die jüngsten Anzeichen einer Stabilisierung der Wirtschaft des Euroraums in den kommenden Wochen und Monaten bestätigen, wovon wir derzeit ausgehen, könnte die Europäische Zentralbank (EZB) wohl auf zusätzliche stimulierende Maßnahmen verzichten“, kommentierte Ökonom Heinrich Bayer von der Postbank. Die Geldpolitik werde so lange wie nötig locker bleiben, versprach Draghi. Zuvor hatte die EZB den Leitzins wie von Ökonomen erwartet auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent belassen.

Eine Hochstufung bescherte den Titeln des Konsumgüterherstellers Henkel an der Dax-Spitze ein Kursplus von 0,5 Prozent. Dagegen blieben die Versicherer-Titel angesichts der Flutkatastrophe in weiten Teilen Deutschlands unter Druck: Für Allianz und Munich Re ging es um 2,5 respektive 1,82 Prozent bergab. Im M-Dax büßten die Papiere von Talanx ein Prozent an Wert ein.

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 verlor zum Handelsende 1,22 Prozent auf 2676,21 Punkte. Der CAC 40 in Paris und die Börse in London gaben ebenfalls nach. Am US-Aktienmarkt stand der Dow Jones zum europäischen Börsenschluss leicht im Minus.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 1,25 Prozent am Vortag auf 1,20 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 134,29 Punkte. Der Bund Future verlor 0,13 Prozent auf 143,67 Punkte. Der Kurs des Euro zog nach den Aussagen von Mario Draghi deutlich an und stand zuletzt bei 1,3236 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3118 (Mittwoch: 1,3067) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7623 (0,7653) Euro. Tsp

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