So war der Tag : Wall Street drückt den Dax

Eine schwache Wall Street hat am Donnerstag den Dax vorübergehend nach unten gezogen. Der zunächst deutlich gestiegene Index fiel nach enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA zurück. Zum Handelsschluss lag er wieder im Plus – bei 6223 Punkten (plus 0,5 Prozent). Der M-Dax stieg leicht um 0,4 Prozent auf 8448 Punkte, der Tec-Dax gewann 0,6 Prozent auf 778 Zähler.

Der an der Börse viel beachtete Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia war deutlich schwächer ausgefallen, als Analysten erwartet hatten. Die vom US-Thinktank Conference Board erhobenen Frühindikatoren für die US-Wirtschaft stiegen im Mai um 0,4 Prozent auf ein Rekordhoch. Analysten hatten allerdings mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet. Nachdem in den USA etwas mehr Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt worden waren, als von Analysten erwartet worden war, gaben die Kurse weiter nach. Händler interpretierten dies auch als Zeichen höchster Nervosität am Aktienmarkt. „So schlecht waren die Zahlen aber nicht, ich gehe eher davon aus, dass ein paar Anleger einfach Gewinne mitnehmen“, sagte ein Händler.

Beflügelt von erfolgreichen spanischen Anleiheverkäufen, hatte der Dax bis zum Nachmittag seinen Anstieg der letzten Tage fortgesetzt. „Die jüngsten Auktionen sorgen weiterhin für Erleichterung und rücken mehr und mehr die guten fundamentalen Bedingungen in den Vordergrund“, sagte Marktstratege Thilo Müller von MB Fund Advisory. Auch der Euro knüpfte an seine jüngsten Gewinne an und notierte deutlich über 1,23 Dollar. Aufwärts ging es für Aktien der deutschen Autobauer. Die Vorzüge von VW waren mit einem Plus von 3,8 Prozent größter Gewinner im Dax. Laut Händlern steigt deren Gewichtung im Leitindex, wenn Heidelberg-Cement am Montag aufsteigt. Bestimmte Fonds müssten nun zukaufen, um die Änderung nachzuvollziehen, so ein Börsianer. Daimler-Aktien notierten mit 2,9 Prozent im Plus, BMW-Titel kletterten um 1,7 Prozent. Die Papiere der Deutschen Post fielen um 0,3 Prozent. Belastend wirkte sich aus, dass Konkurrenten die Bundesnetzagentur einschalten wollen, um die Gewährung von Zusatzrabatten nach dem Wegfall des Steuerprivilegs zu unterbinden.

Größter Verlierer im Dax war Siemens. Die Aktie verlor zuletzt ein Prozent. Dass der Konzern gemeinsam mit dem russischen Energiekonzern Gazprom das vielversprechende Geschäft mit flüssigem Erdgas vorantreiben will, kam zunächst nicht gut an der Börse an.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,22 (Vortag 2,19) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,16 Prozent auf 127,51 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,14 Prozent auf 128,15 Punkte zu. Der Referenzkurs des Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,2363 (Mittwoch: 1,2277) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8089 (0,8145) Euro. Tsp

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