So war der Tag : Warten auf die Bilanzen

Gewinnmitnahmen haben die Aufholjagd am deutschen Aktienmarkt am Dienstag wieder gebremst. Der Dax schloss mit nur noch 0,3 Prozent plus bei 5865 Punkten, nachdem der deutsche Leitindex in nur einer Woche zeitweise um mehr als 14 Prozent nach oben gesprintet war. Der M-Dax der Mittelwerte legte um 0,5 Prozent auf 8723 Punkte zu, der Technologieindex Tec-Dax zeigte sich mit minus 0,02 Prozent auf 671 Punkte kaum verändert.

Aktienhändler Manoj Ladwa von ETX Capital sah das relativ geringe Handelsvolumen als Zeichen dafür, dass die jüngste Aufholjagd auf wackeligen Beine stehe. Das könne daran liegen, dass die Anleger den Rettungsmaßnahmen der europäischen Politik doch nicht trauten oder aber auf konkrete Ergebnisse warteten, um höhere Investitionen zu tätigen.

Die Zurückhaltung am deutschen Aktienmarkt führten einige Börsianer aber auch auf die anstehende Eröffnung der US-Bilanzsaison zurück. Der Aluminiumriese Alcoa sollte dort nach Börsenschluss seine Zahlen zum dritten Quartal vorlegen. „Der Fokus in der Berichtssaison wird vor allem auf den Aussagen zum Ausblick liegen, sie zeigen, wie zuversichtlich die Unternehmen mit Blick auf die Entwicklung der Konjunktur noch gestimmt sind“, sagte ein Händler.

Die anhaltende Unsicherheit über den Ausgang der Schuldenkrise machte sich vor allem bei den Finanzwerten bemerkbar. Der europäische Bankenindex gab ein Prozent nach. Am deutschen Aktienmarkt verloren die Commerzbank 1,8, die Deutsche Bank gewann indes 1,2 Prozent. Deutlich rutschten die griechischen Banken ins Minus, der entsprechende Index verlor mehr als zehn Prozent.

Am Dax-Ende standen wieder einmal die Aktien von Metro. Die Papiere verloren 2,8 Prozent. Seit Wochenbeginn haben sie bereits mehr als sechs Prozent an Wert eingebüßt. Die Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Chef Eckhard Cordes könne den Aktienkurs in den kommenden Monaten belasten, erklärten die Analysten von Goldman Sachs und stuften die Titel von „kaufen“ auf „neutral“ herunter. Einen Rückschlag erlitt der Handelsriese am Dienstag im Rechtsstreit um die Macht beim Elektronikhändler Media-Saturn. Laut einem Urteil darf Metro zwar wie gefordert einen Beirat bei der Elektronikhandelstochter einrichten, dessen Funktion bleibt allerdings lediglich eine beratende. Die Sperrminorität der Minderheitsgesellschafter von Media-Saturn bleibt somit bei wichtigen Entscheidungen bestehen.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,83 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,31 Prozent auf 129,35 Punkte. Der Bund Future gewann 0,14 Prozent auf 134,81 Punkte. Der Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3607 (Montag: 1,3593) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7349 (0,7357) Euro. Tsp

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