So war der Tag : Warten auf die USA

Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit deutlichen Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Nach dem gut verlaufenen September machten die Anleger erst einmal Kasse. Der Dax verlor am Ende 1,2 Prozent auf 6134 Punkte. Der M-Dax mittelgroßer Werte schloss 0,7 Prozent tiefer bei 8706 Punkten und der Technologiewerte-Index Tec-Dax gab um 1,3 Prozent auf 769 Punkte nach.

Experten erklärten die Vorsicht der Anleger auch mit den anstehenden US-Konjunkturdaten. „Der makroökonomische Gegenwind hat sich zwar abgeschwächt, jedoch wäre es zu früh, ein Ende der Wachstumsabschwächung in den USA zu proklamieren“, erklärte Stefan Keitel, Chief Investment Officer bei der Credit Suisse. „Zudem überrascht Europa zwar weiterhin mit äußerst starken Wirtschaftsdaten, jedoch gehen wir auch hier in kommender Zeit von einer langsameren Gangart aus.“ Aufschluss über die Aussichten der US-Wirtschaft erwarten die Märkte in dieser Woche von den Arbeitsmarktdaten für September.

Die Aktien der deutschen Autobauer mussten ungeachtet kräftig gestiegener US-Absatzzahlen Federn lassen. Am Dax-Ende verlor Daimler 3,8 Prozent. Für Volkswagen ging es um 3,6 Prozent nach unten und BMW-Aktien büßten 2,2 Prozent ein. Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research erklärte, zwar gebe es eine recht gute Entwicklung, aber der US-Automarkt sei noch weit entfernt von einer Normalisierung. Sogar erhöhte Kaufanreize hätten den US-Verbraucher nicht zurück zu den Autohändlern gebracht. Außerhalb des Dax verloren Porsche-Titel 4,3 Prozent.

Aktien von SAP notierten nach anfänglichen Gewinnen um 1,1 Prozent schwächer. Nach der Berufung des im Februar bei dem Softwarekonzern geschassten Vorstandschefs Leo Apotheker auf den Chefposten des amerikanischen IT-Konzerns Hewlett-Packard hatte SAP-Mitgründer Klaus Tschira die Übernahmedebatte bei SAP angeheizt.

Im M-Dax notierten die Tui-Papiere 0,7 Prozent schwächer – obwohl die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd, an der Tui noch rund 43 Prozent hält, am Kapitalmarkt mehr Kredit bekommen hat als erwartet. Bei den Technologiewerten verbilligten sich Jenoptik nach der Trennung vom Weltraumgeschäft um 0,5 Prozent. Am Sonntag sei der Verkaufsvertrag mit einem „global führenden Anbieter in der Luft- und Raumfahrt“ unterzeichnet worden, teilte der Konzern mit. Auch die US-Börsen lagen bei Handelsschluss in Europa im Minus. Der Dow-Jones-Index fiel um 0,6 Prozent.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,02 (Freitag: 2,08) Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,18 Prozent auf 128,27 Punkte zu. Der Bund Future gewann 0,32 Prozent auf 131,73 Punkte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs des Euro auf 1,3705 (Freitag 1,3726) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7300 (0,7285) Euro. Tsp

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