So war der Tag : Wechselbad der Gefühle

Verunsicherte Investoren haben den Dax am Dienstag auf eine Berg- und Talfahrt geschickt. Der deutsche Leitindex startete im Minus, stieg und fiel den ganzen Tag über immer wieder kräftig, bevor er mit 1,8 Prozent im Plus bei 5166 Punkten schloss. Seit August hat das Börsenbarometer inzwischen rund 2000 Punkte oder 30 Prozent eingebüßt. Der M-Dax stieg am Dienstag um 1,2 Prozent auf 8403 Punkte, der Tec-Dax schaffte ein Plus von 0,6 Prozent auf 687 Punkte.

„Die Unsicherheit ist so hoch, dass der Markt aus seiner fundamentalen Verankerung gerissen wurde und jede kleinste Meldung zu heftigen Reaktionen führt“, sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. „Keiner kann mehr einschätzen, was in der nächsten Sekunde passiert. Insbesondere die Bankenbranche ist einem extremen Wechselbad ausgesetzt.“

An diesem Tag waren es Spekulationen zu Gesprächen zwischen China und Italien über den Ankauf italienischer Staatsanleihen, die die Märkte weltweit zunächst beflügelten. Sorgen über die Finanzierungssituation französischer Banken ließen die Kurse dann wieder einbrechen, nachdem es Gerüchte gab, dass diesen Banken der Zugang zu den US-Kapitalmärkten verwehrt werden könnte. Erneuter Auftrieb kam anschließend durch Dementis der betroffenen Banken und auch durch Medienberichte, dass sich der französische Präsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer gemeinsamen Erklärung zu Hilfsmaßnahmen für Griechenland äußern würden. Dies wurde zwar kurze Zeit später dementiert. Allerdings bekräftige Merkel ihre Entschlossenheit, den Euro zu verteidigen.

Am kräftigsten ging es wegen all dieser Gerüchte folglich für die europäische Bankenbranche, allen voran für die Aktien der BNP Paribas, der Société Générale und Credit Agricole, auf und ab. So pendelte etwa die BNP-Aktie im Tagesverlauf zwischen minus und plus acht Prozent. Nur geringfügig moderater ging es bei den zwei anderen Bankenwerten zu. Der EuroStoxx 50, in dem besonders viele Bankenwerte notiert sind, pendelte daher ebenfalls kräftig hoch und runter und stand zuletzt mit mehr als zwei Prozent im Plus. In Deutschland durchlitten die Commerzbank-Titel und die der Deutschen Bank heftige Kurssprünge. Die Papiere der Deutschen Bank rückten am Nachmittag dann an die Dax-Spitze mit einem Gewinn von 8,2 Prozent, die der Commerzbank stiegen um 3,8 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,52 Prozent (Vortag: 1,53 Prozent). Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Punkte auf 131,10 Punkte. Der Bund Future sank um 0,40 Prozent auf 137,69 Punkte. Der Kurs des Euro legte eine Berg- und Talfahrt hin und stieg auf 1,3684 US-Dollar: Die EZB hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3645 (Montag: 1,3656) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7329 (0,7323) Euro. Tsp

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