So war der Tag : Zinssenkung beflügelt Dax

Das abgesagte Referendum in Griechenland hat dem Dax am Donnerstag nach einer Berg- und Talfahrt kräftigen Auftrieb gegeben. Der überraschend von der Europäischen Zentralbank gesenkte Leitzins stützte ebenfalls und ließ den deutschen Leitindex zeitweise knapp unter die Marke von 6200 Punkte steigen. Mit plus 2,8 Prozent bei 6133 Punkten beendete das Börsenbarometer den Handelstag. Der M-Dax der Nebenwerte legte um 3,2 Prozent auf 9136 Punkte zu, der Tec-Dax gewann 2,5 Prozent auf 699 Punkte.

In Europa sprang der Euro-Stoxx 50 um 2,5 Prozent auf 2347 Punkte hoch. Auch die Leitindizes in Paris und London legten deutlich zu.

Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte am Nachmittag seinen umstrittenen Plan für eine Volksabstimmung über die Milliardenhilfen und den dafür nötigen Sparkurs zurückgezogen. Zuvor hatten die internationalen Geldgeber massiv Druck gemacht.

Ein Händler meinte kopfschüttelnd zu den kräftigen Kursausschlägen: „Solch heftige Aufs und Abs mit einer Schwankungsbreite im Dax von rund 360 Punkten an diesem Tag lassen die elektronisch gesteuerten Handelsprogramme rattern und jubeln und die Händler verzweifeln. Mit gesundem Menschenverstand lassen sich die schnellen Richtungswechsel an den Börsen jedenfalls nicht mehr nachvollziehen.“ Sehr schwankend zeigten sich im Zuge der Spekulationen rund um Griechenland und der Zinsentscheidung der EZB erneut Bankaktien.

Die Titel der zunächst schwach in den Handel gestarteten Deutschen Bank etwa sprangen nach der Leitzinssenkung auf ein Tageshoch bei 30,26 Euro. Mit plus 2,3 Prozent auf 29,33 Euro gingen sie dann aus dem Handel. Die EZB hatte ihren Schritt mit hohen Wachstumsrisiken begründet, was die Euphorie am Markt rasch wieder dämpfte. Die Commerzbank-Anteile legten um 5,7 Prozent zu.

Dax-Spitzenreiter waren die Metro-Papiere, die trotz enttäuschender Zahlen um neun Prozent hochschnellten. Am Markt wurde das vor allem mit Spekulationen über einen Verkauf der Warenhauskette Kaufhof begründet.

Nachdem als letzte Kartellbehörde auch China der Übernahme von MAN durch Volkswagen zustimmte, stiegen die MAN-Papiere um knapp sieben Prozent. Nach erfreulichen Quartalszahlen legten zudem die BMW-Papiere um 4,6 Prozent zu, die von Heidelberg-Cement um 3,5 Prozent.

Am deutschen Rentenmarkt kletterte die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,66 (Vortag: 1,63) Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,23 Prozent auf 130,60 Punkte nach. Der Bund Future verlor 0,60 Prozent auf 136,74 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3773 (Mittwoch: 1,3809) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7261 (0,7242) Euro. Tsp

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