Social Networks : Google gesteht strategische Fehler ein

Der ehemalige Google-Chef Schmidt hat das Potenzial von Facebook unterschätzt. Doch das größte Soziale Netzwerk ist nicht das einzige Tech-Unternehmen, das auf eine Zusammenarbeit mit dem Suchmaschinenbetreiber verzichtet.

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Führungsspitze: Google-Verwaltungsratschef Schmidt mit den Unternehmensgründern Page und Brin (v. l.). Larry Page sitzt seit April auf dem Chefsessel.
Führungsspitze: Google-Verwaltungsratschef Schmidt mit den Unternehmensgründern Page und Brin (v. l.). Larry Page sitzt seit April...Foto: dpa

Der frühere Google-Chef Eric Schmidt hat eingestanden, den Trend der Sozialen Netzwerke verschlafen zu haben. Er habe die Gefahren für Google durch Facebook unterschätzt. "Ich wusste, dass ich etwas tun muss, und ich habe es nicht getan", sagte Schmidt, der nun Direktoriumsvorsitzender des US-Internetkonzerns ist, auf einer Konferenz des Technologieblogs AllThingsD.

Facebook, das inzwischen mehr als eine halbe Milliarde angemeldete Nutzer hat, war nach Schmidts Aussage nicht sonderlich an einer Zusammenarbeit mit dem Suchmaschinenbetreiber Google interessiert gewesen. "Wir haben uns enorm bemüht, uns mit Facebook zusammenzutun." Facebook - heute das weltweit größte Online-Netzwerk - habe dies stets abgelehnt.

Wie die Partnerschaft mit Facebook aussehen sollte, verriet der Manager nicht. Er sagte lediglich, dass die Google-Suche von einem Zugang zu Daten von Facebook-Nutzern profitieren könnte.

Dass Facebook nicht wirklich ein Interesse an guter Zusammenarbeit mit Google hat, verdeutlicht auch eine Affäre, die kürzlich ans Licht kam. Demnach sollte die PR-Agentur Burson-Marsteller im Auftrag des Sozialen Netzwerks dezent publik machen, wie Google heimlich Facebook-Daten sammele, um sie für seine Zwecke zu verwenden. Doch die Kampagne flog auf.

Neue Geschäftsideen sind gefordert

Google ist der weltgrößte Suchmaschinenanbieter. Das Hauptgeschäft mit Werbeanzeigen befindet sich zunehmend unter Druck durch den Erfolg von rasant wachsenden Internetunternehmen wie Facebook und Groupon sowie des starken Rivalen Apple.

Google versucht daher, neue Märkte zu erobern. Nachdem Groupon Ende vergangenen Jahres ein fünf Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot abgelehnt hatte, bietet Google in den USA nun einen eigenen Online-Schnäppchendienst an.

Gerade startet Google den Dienst "+1", mit dem Nutzer Suchmaschinenergebnisse mit Interessierten teilen können. Ein eigenes Handy-Bezahlsystem ist ebenfalls geplant.

Im Januar hatte Google die Branche mit der Ankündigung überrascht, dass Unternehmensmitgründer Larry Page ab April den Chefposten von Schmidt übernehme. Page gilt als Ideengeber und Motor von von Google. (mit rtr)

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