Software-Konzern : Microsoft droht Yahoo mit feindlicher Übernahme

Der Poker um die Übernahme des Internet-Konzerns Yahoo geht weiter: Jetzt droht Microsoft offen mit einer feindlichen Übernahme - und stellt ein Ultimatum.

WashingtonIm Bemühen um den Kauf des Internetunternehmens Yahoo hat der US-Softwarekonzern Microsoft mit einer feindlichen Übernahme gedroht, sollte binnen drei Wochen keine Eingung zustande kommen. Es sei nun an der Zeit, dass sich Vertreter beider Seiten zusammensetzten und über eine Einigung verhandelten, schrieb Microsoft-Chef Steve Ballmer in einem am Samstag auf der Microsoft-Website veröffentlichten Brief an die Yahoo-Führung. Sollte es in den kommenden drei Wochen zu keiner Einigung kommen, werde sich Microsoft direkt an die Aktionäre wenden. Dabei werde Microsoft sich auch darum bemühen, dass eine andere Yahoo-Führung gewählt werde.

Ballmer beklagte in dem Brief, dass sich seit dem am 1. Februar vorgelegten Angebot einer Barzahlung in Höhe von 42 Milliarden Dollar nichts getan habe. Das Angebot entspricht 31 Dollar pro Yahoo-Aktie und hätte den Aktionären einen Gewinn von 62 Prozent eingebracht. Die Yahoo-Führung hatte das Angebot als zu gering abgelehnt, weil es nicht das Entwicklungspotenzial des Unternehmens berücksichtige.

Bereits am Freitag hatte das "Wall Street Journal" berichtet, in dieser Woche sei auch ein zweites Gespräch zwischen Topmanagern von  Microsoft und Yahoo ergebnislos gewesen. Microsoft habe bei dem Gespräch keine Bereitschaft zu einer Aufstockung des Angebots gezeigt. Yahoo wolle aber ohne eine höhere Offerte keine formalen Verhandlungen beginnen. Yahoo steht bereits unter Druck eines Teils seiner Aktionäre, das Microsoft-Angebot anzunehmen. Der Internet-Konzern will nach bisherigen Angaben am 22. April seine Zahlen für das erste Quartal vorlegen - und in der Branche und an Wall Street wird spekuliert, dass die Ergebnisse eher schwach ausfallen dürften. Microsoft will mit dem Yahoo-Kauf gegen die Übermacht des Rivalen Google bei Online-Suche und Internet-Werbung ankämpfen. (jam/AFP/dpa)

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