Software : SAP wächst mit Cloud-Diensten

Ein Patentestreit belastet das Ergebnis von SAP. Doch die Börse feiert - denn das Cloud-Geschäft läuft besser als erwartet.

Blick nach vorne. SAP hob am Donnerstag die Prognose für das Geschäftsjahr 2014 an.
Blick nach vorne. SAP hob am Donnerstag die Prognose für das Geschäftsjahr 2014 an.Foto: dpa

Ein kostspieliger Patentstreit in den USA hat dem Softwarekonzern SAP im zweiten Quartal einen starken Gewinnrückgang eingebrockt. Das operative Ergebnis lag mit knapp 700 Millionen Euro fast 30 Prozent unter dem Vorjahreswert, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Grund waren Rückstellungen in Höhe von 289 Millionen Euro für absehbare Zahlungen an das US-Softwarehaus Versata, das die Walldorfer wegen einer Patentverletzung verklagt hatte. Abgesehen davon legten Umsatz und Gewinn wie erwartet deutlich zu. Das als zukunftsträchtig geltende Geschäft mit Cloud-Produkten - also Mietsoftware aus dem Internet - wuchs weiterhin kräftig. Das kam an der Börse gut an: Die Aktie startete als bester Dax-Wert in den Handel mit einem Kursgewinn von 3,5 Prozent.
Der Umsatz der vergleichsweise kleinen Sparte Cloud legte von April bis Juni währungsbereinigt um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 242 Millionen Euro zu. Dazu trug vor allem die Übernahme des US-Unternehmens Fieldglass bei, einem Anbieter von Programmen zum Management von Zeitarbeitskräften. Der Weltmarktführer für Software zur Steuerung von Unternehmen hob daher seine Prognose für das Gesamtjahr etwas an und will nun 1,0 bis 1,05 Milliarden Euro Umsatz mit Cloud-Diensten einfahren. SAP wachse hier schneller als die Konkurrenz, sagte Vorstandschef Bill McDermott. “Und das Wichtigste ist - wir schaffen das profitabel, anders als sonst die Firmen im Silicon Valley.“

Software wird häufiger gemietet statt gekauft

Immer mehr Kunden mieten Software auf Zeit über das Internet statt Lizenzen zu erwerben und die Programme auf eigenen Rechnern zu installieren. SAP muss sich auf diesen Vertriebskanal umstellen, denn das angestammte Geschäft mit Software-Lizenzen schrumpft. Im zweiten Quartal konnten die Badener hier das Niveau halten. Der Umsatz lag mit 957 Millionen Euro nur leicht unter dem Vorjahreswert.
Die Euro-Stärke zum Dollar und zu asiatischen Währungen belastete Europas größten IT-Konzern weiterhin und kostete drei Prozentpunkte Wachstum. Der Gesamtumsatz kletterte mit 4,15 Milliarden Euro währungsbereinigt um fünf Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen erhöhte sich um sieben Prozent auf 1,24 Milliarden Euro. Damit blieben 29,8 Prozent vom Umsatz als operativer Gewinn hängen. An der Jahresprognose für den Gewinn hielt SAP fest. Er soll 5,8 bis 6,0 Milliarden Euro erreichen. rtr

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben