Wirtschaft : Software-Schmiede SAP mit hohem Umsatzplus

Allerdings auch Kostenbelastung größer als erwartet WALLDORF (AFP).Die deutsche Softwarefirma SAP hat ihren Höhenflug beim Umsatz im ersten Quartal des laufenden Jahres fortgesetzt.Wie das Unternehmen am Dienstag in Walldorf mitteilte, kletterten die Verkaufszahlen um 62 Prozent und damit im gleichen Umfang wie im Gesamtjahr 1997.Allerdings seien auch die Kosten in den ersten drei Monaten "kräftiger als erwartet" um 62 Prozent gestiegen.Das Geschäftsergebnis sei von der "weiterhin sehr hohen Nachfrage" nach SAP-Produkten und von positiven Währungseinflüssen begünstigt worden. Im ersten Quartal des vergangenen Jahres hatte SAP einen Umsatz von 1,032 Mrd.DM erwirtschaftet, damals ein Wachstum von 49 Prozent.Für das Gesamtjahr 1998 hat SAP einen Umsatzzuwachs von 30 bis 35 Prozent in Aussicht gestellt, ein Wert, der nun wohl übertroffen werden dürfte.Die Börse reagierte mit einem deutlichen Kursanstieg für die SAP-Aktie.SAP bietet für eine Vielzahl unterschiedlicher Branchen betriebswirtschaftliche Anwendungssoftware an; Basis ist das Standardprogramm R/3.Das Unternehmen arbeitete sich binnen wenigen Jahren an die Weltspitze vor, beschäftigt mittlerweile rund 13 000 Menschen und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von über sechs Mrd.DM.Im Mai steht ein Wechsel an der Führungsspitze bevor, den die Firma nach Informationen der Fachpresse mit tiefgreifenden Änderungen in Struktur und Strategie einhergehen lassen will. SAP-Mitbegründer und -Vorstandschef Dietmar Hopp will sein Amt mit Ablauf der nächsten Hauptversammlung am 7.Mai 1998 aufgeben und an die Spitze des Aufsichtsrates wechseln.Nachfolger soll der 50jährige SAP-Finanzvorstand und Europa-Vertriebschef Henning Kagermann werden, der die Firma nach der Hauptversammlung gemeinsam mit dem Co-Vorstandsvorsitzenden Hasso Plattner führen wird.Neben Hopp will auch Firmenmitbegründer Klaus Tschira aus dem Vorstand ausscheiden und sich um ein Aufsichtsratsmandat bemühen.Das "Manager Magazin" berichtete jüngst, SAP sei parallel zu den personellen Veränderungen dabei, Entwicklung und Produktmarketing konkret nach Branchen zu gliedern.Das Softwarehaus habe dafür 15 weitgehend eigenständige Geschäftseinheiten geschaffen, die aus der Standardsoftware R/3 individuelle Branchenlösungen entwickeln sollen.Die SAP-Aktie legte am Vormittag in Frankfurt um über vier Prozent auf über 800 DM zu.Analysten erklärten, die Quartalszahlen seien Beleg für eine "exzellente Performance" des Unternehmens.

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