Softwarebranche : SAP will weiter wachsen

Der Softwarekonzern SAP will mit einer Mittelstandsoffensive seine Position als weltweit führender Anbieter für Unternehmenssoftware untermauern. Die Börse reagierte auf den Ausblick für 2007 allerdings eher verstimmt.

Frankfurt/Walldorf - Bis zu 400 Millionen Euro wird das Dax-Unternehmen in diesem Jahr in das neue Geschäftsfeld investieren, sagte Vorstandschef Henning Kagermann. "SAP ist eine Wachstumsfirma." Bis zum Jahr 2010 sollen bis zu 45 Prozent aller Auftragseingänge vom Mittelstand kommen. Das Marktvolumen wird auf rund 15 Milliarden Euro geschätzt.

Als Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2007 gab Kagermann ein währungsbereinigtes Plus von bis zu 14 Prozent beim Produktumsatz aus. Die Börse reagierte enttäuscht auf den Ausblick des Walldorfer Softwarehauses. Der Kurs sackte wie bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen für das Jahr 2006 kräftig um zeitweise mehr als fünf Prozent und auf den tiefsten Stand seit September 2006. Als Begründung gaben Analysten an, dass SAP wegen der hohen Investitionen in das Mittelstandsgeschäft mit einer niedrigeren Rendite rechne.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006 baute SAP den Gewinn nach Steuern laut Finanzvorstand Werner Brandt um 25 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro aus. Das operative Ergebnis kletterte um zehn Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf 9,4 Milliarden und die Softwarelizenzerlöse legten ebenfalls um zehn Prozent auf 3,1 Milliarden Euro zu.

Weltweite Marktanteile ausgebaut

Kagermann sprach von einem soliden Jahr 2006. Er räumte jedoch mit Blick auf die verfehlte Prognose bei den Softwarelizenzerlösen ein, dass Europas führendes Softwarehaus nicht alle Ziele erreicht habe. Die weltweiten Marktanteile seien aber weiter ausgebaut und der Abstand zum härtesten Konkurrenten Oracle nochmals vergrößert worden.

Die Zahl der Mitarbeiter wurde um 3480 auf 39.355 im Konzern ausgebaut. Auf dem heimischen Markt kamen nach Angaben von Deutschland-Chef Michael Kleinemeier rund 300 neue Jobs hinzu. 2007 will das weltweit drittgrößte Softwarehaus erneut 3500 neue Stellen schaffen, davon bis zu zehn Prozent in Deutschland. (tso/dpa)

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