Wirtschaft : Softwarefirma Prosoz droht Konkurs Geld für Hartz-Programm steht noch aus

-

Berlin/Frankfurt am Main Dem Softwareunternehmen Prosoz, das das Programm zur Berechnung und Auszahlung des Arbeitslosengelds II entwickelt hat, droht der Konkurs. Für die weitere Umsetzung der Hartz-IV-Reform wäre das ein Rückschlag, denn die Software arbeitet wegen Mängeln bisher nur in einer abgespeckten Version und muss noch verbessert werden. „Wenn Prosoz dafür ausfällt, dann hat das eine riesige Sprengkraft für das gesamte Projekt“, warnt ein Vertreter der beteiligten Unternehmen.

Seit Wochen streiten die Bundesagentur für Arbeit (BA) und ihr Auftragnehmer T-Systems über die Bezahlung der Software. Wegen der Computerpannen bei der Einführung des Arbeitslosengelds II hat die BA der Telekomtochter T-Systems bisher die Bezahlung verweigert und fordert Schadenersatz. „Als Unterauftragnehmer von T-Systems sind auch wir davon betroffen“, hieß es aus Kreisen von Prosoz. Die Telekom unterstütze Prosoz nach Kräften und habe mittlerweile eine Abschlagszahlung von vier Millionen Euro überwiesen. Insgesamt soll Prosoz laut Projektkreisen 7,5 Millionen Euro bekommen. Das decke aber bei weitem nicht die immensen Kosten, die der erhebliche Mehraufwand des Projekts verursacht habe. „Wir können so nicht weitermachen“, hieß es bei Prosoz. Werde nicht rasch eine Lösung gefunden, dann sei das Unternehmen in seiner wirtschaftlichen Existenz bedroht und 250 Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel.

Die Bundesagentur will sich zu den Vorgängen nicht äußern. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte lediglich, dass die Behörde die Software erst nach der Endabnahme bezahlen will. Der Schaden für die Bundesagentur für Arbeit durch verzögerte und fehlerhafte Lieferungen soll laut Presseberichten 28 Millionen Euro betragen. huh/tnt (HB)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben