Softwarekonzern : Berliner PSI schockt die Anleger

Die Entwicklungskosten steigen, die Einmalbelastungen fallen hoch aus: Der Berliner Software-Spezialist kappt die Gewinnprognose. Schuld daran ist angeblich die Energiewende.

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PSI stellt Software zur Steuerung von Energienetzen her, die wie hier zu sehen, unter anderem bei der Deutschen Bahn eingesetzt wird.
PSI stellt Software zur Steuerung von Energienetzen her, die wie hier zu sehen, unter anderem bei der Deutschen Bahn eingesetzt...Foto: promo

Berlin - Das Berliner Software-Unternehmen PSI hat wegen hoher Entwicklungskosten und Einmalbelastungen seine Gewinnprognose für 2013 überraschend zusammengestrichen – und damit die Börse schockiert. Die im Tec-Dax notierte PSI- Aktie stürzte am Dienstag um fast 15 Prozent ab. Die Wahrscheinlichkeit, dass PSI aus dem wichtigsten deutschen Technologiewerteindex fällt, ist damit gestiegen.

PSI entwickelt Software für die Steuerung großer Netze und komplexer Prozesse etwa für die Energieindustrie. So zählen Eon und RWE zu den Kunden der Firma. Doch die Versorger halten sich derzeit mit Investitionen zurück, weil die künftige Energiepolitik schwer einzuschätzen ist. PSI arbeitet auch für die Auto- und Maschinenbaubranche. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin beschäftigt weltweit 1600 Mitarbeiter – 500 davon im Ausland.

Für 2013 erwartet PSI nun ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 5,2 Millionen Euro – nur noch rund ein Drittel der ursprünglich in Aussicht gestellten 14 bis 17 Millionen Euro. Die Entwicklung neuer Software für Bahnstrom und die Logistikbranche, mit der sich PSI unabhängiger von der Nachfrageschwäche der Energieversorger machen will, verschlinge mehr Geld als erwartet, hieß es am Dienstag zur Begründung.

Die Investmentbank Equinet, die PSI- Aktien noch Anfang des Monats zum Kauf empfohlen hatte, stufte das Unternehmen nun ab und riet Anlegern zum Verkauf. Die Gewinnwarnung komme „völlig unerwartet“, schrieb Analyst Michael Schäfer. Dass dem Softwareentwickler die Kosten im Logistikbereich auch im dritten Quartal aus dem Ruder liefen, sei nicht abzusehen gewesen. Das Unternehmen habe sich nach dem schwachen zweiten Quartal in eine andere Richtung geäußert. Damit bleibe eine Ergebniserholung „in dunkle Wolken verhüllt und schwer vorhersehbar“. mot

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