Wirtschaft : Solar-Fabrik wagt den Börsengang

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Berlin. Das Ereignis hat Seltenheitswert: Am Mittwoch wagt die Freiburger Solar-Fabrik AG den Gang an die Börse. Europas größter Solarmodulhersteller will dem schwierigen Marktumfeld trotzen: Erst vor zehn Tagen verschob der Solaranlagenprojektierer SES 21 seinen Börsengang. Der Emissionspreis der Solar-Aktie liegt bei 8,00 Euro. Die Preisspanne hatte 8,00 bis 9,50 Euro betragen. „Mit einem Ausgabekurs am unteren Ende der Spanne reagieren wir auf das extrem schwierige Marktumfeld“, sagte Alfred Möckel, Vorstandschef des Konsortialführers Consors Capital Bank am Montag.

Am Standort Freiburg dokumentieren die Sonnen-Unternehmer, womit sie die Stimmung auf dem Parkett aufhellen wollen. Das Glasgebäude der Solar-Fabrik AG im Gewerbepark Haid profitiert von der höchsten Sonnenscheindauer Deutschlands. Die am Schrägdach montierten Sonnen-Kollektoren erlauben dem Unternehmen, ausschließlich mit erneuerbarer Energie zu arbeiten. Die Solar-Fabrik AG ist der europaweit größte konzern-unabhängige Hersteller von Solarstrom-Modulen. Das Unternehmen fertigt über 20 Prozent aller auf deutschen Dächern montierten Anlagen. Gegründet wurde die Fabrik 1996 von Georg Salvamoser und dem Schokoladenhersteller Alfred Ritter. Die Fabrik mit 110 Beschäftigten will an der Börse die unbefriedigende Eigenkapitaldecke verstärken. „Mit dem Emissionserlös werden wir die Produktionskapazitäten erweitern und neue Produkte entwickeln", sagt Vorstandschef Salvamoser.

Außerdem soll der Export ausgebaut werden. Die Solar-Fabrik verfügt bereits über Vertriebsstrukturen in Österreich, Italien und in den Niederlanden. Eine Niederlassung existiert in Südafrika. Der Umsatz wuchs von 4,1 Millionen (1998) auf 28,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr bei einem Nachsteuerverlust von 1,7 Millionen Euro. 2002 soll sich der Verlust auf 0,8 Millionen Euro belaufen. Für 2003 rechnet die Solar-Fabrik mit einem Nettogewinn von 2,3 Millionen Euro.

Profitiert hat das Unternehmen vom Energie-Einspeise-Gesetz (EEG), das Solarstrom begünstigt und die Branche in Europa jährlich um 25 bis 30 Prozent wachsen lässt. Doch die Solar-Fabrik hat Wettbewerber wie Shell oder BP, die in der Branche expandieren. Außerdem ist ihr Know-how nicht geschützt. Auch die Wahl birgt nach Ansicht von Hartmut Will von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie Unsicherheiten. Eine CDU/CSU-Regierung könnte das EEG zu Lasten der Solarbranche ändern.Alexander Schäfer

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