Solarbranche : Solon kämpft um Kapital

Stefan Säuberlich ist optimistisch, dass er den angeschlagenen Solarmodulproduzenten Solon wieder auf Kurs bringen kann. „Wir sind gerade mittendrin in den Gesprächen mit den Banken“, sagte der Unternehmenschef dem „Handelsblatt“.

Berlin „Wir sind nicht mehr weit weg von der Finalisierung der Gespräche.“ Und er fügte hinzu, dass Solon bei den Verhandlungen über die mittelfristige Kreditfinanzierung keinen Druck habe, denn die Liquidität sei „bis auf Weiteres“ gesichert. In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Meldungen, dass die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens aus Berlin-Adlershof gefährdet sei.

Das Geschäft war 2009 zusammengebrochen. Der Umsatz stürzte alleine in den ersten neun Monaten um 66 Prozent auf rund 218 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank von plus 49 Millionen auf ein Minus von 87 Millionen Euro. Auch für das Gesamtjahr 2009 sieht es kaum besser aus. Zumal Säuberlich ankündigt, dass „der Abschluss 2009 alle erkennbaren Risiken beinhalten wird“. Solon hat vor allem der Niedergang des Spaniengeschäfts hart getroffen. Dieser Markt war 2009 fast ganz zusammengebrochen, weil die Regierung die Subventionen zusammenstrich. Hinzu kam die Wirtschaftskrise.

Von 2004 bis 2008 hatte Solon den Umsatz auf 815 Millionen Euro verachtfacht. „In der Vergangenheit hat man immer auf weiteres Wachstum gesetzt und im Vorgriff darauf eine zu große Organisation aufgebaut“, kritisiert Säuberlich, der vor drei Wochen den langjährigen Vorstandschef Thomas Krupke abrupt ablöste. Säuberlich will sich nun „alle Kosten genau ansehen“. Beim Personal soll es aber „keinen Kahlschlag“ geben. Zurzeit beschäftigt Solon 900 Mitarbeiter . wt (HB)

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar