Wirtschaft : Solarbranche will Förderung kürzen Ab nächstem Juli könnten die Zuschüsse sinken

Düsseldorf - Die Bundesregierung geht den geplanten Abbau der Solarförderung zügig an. Die von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) geplante Anhörung mit Vertretern der Solarwirtschaft und der Verbraucherschutzverbände findet bereits am 13. Januar statt, erfuhr das „Handelsblatt“ aus Branchenkreisen. Die im Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) zusammengeschlossenen Firmen werden auf dem Treffen eine außerordentliche Kürzung der Zuschüsse vorschlagen. Damit könnten die Fördersätze bereits zum 1. Juli 2010 fallen.

Röttgen hatte bereits eine Kürzung der Subventionen angekündigt. Der Grund dafür liegt im Preisverfall für Solaranlagen, der einen massiven Ausbau der Erzeugungskapazitäten ausgelöst hat. Nach Verbandsangaben haben sich Solaranlagen 2009 im Schnitt um 26 Prozent verbilligt – bei stabiler Vergütung für die ins Stromnetz eingespeiste Solarenergie. Das löste einen Boom aus: Den Marktforschern von Photon zufolge wurden 2009 in Deutschland Solarprojekte mit einer Leistung von 3000 bis 4000 Megawatt realisiert. Das Umweltministerium hatte mit 1300 Megawatt gerechnet. Der Boom hat auch Schattenseiten: Die im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) festgeschriebenen Subventionen werden auf die Stromkunden umgelegt. Verbraucherschützer drängen daher auf eine Kürzung der Fördersätze.

Die Solarindustrie hat das Problem nun offenbar erkannt und ist im Vorfeld des Treffens im Umweltministerium in die Offensive gegangen. In einem Brief an Röttgen hat die Branche Pläne für eine Überarbeitung des EEG vorgelegt, wie es in Industriekreisen heißt. Demnach soll die reguläre Kürzung von rund zehn Prozent zum 1. Januar 2010 um zusätzlich bis zu fünf Prozentpunkte angehoben werden. Die Höhe soll sich dabei am Marktwachstum orientieren. Wie die Konditionen für die zusätzliche Kürzung aussehen könnten, soll am 13. Januar erörtert werden, hieß es in den Kreisen. Erstmals greifen könnte die neue Regelung zum Jahreswechsel 2011. Um die Stromkunden aber schnell zu entlasten, schlägt die Solarindustrie eine Kürzung bereits zum Juli 2010 vor.

Erneuerbare Energien decken mittlerweile 16 Prozent des deutschen Stromverbrauchs ab. Dies habe der Bundesverband der Energiewirtschaft ermittelt, berichtet das „Handelsblatt“. Während der Stromverbrauch 2009 danach insgesamt um fünf Prozent zurückging, stieg die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien von 92,7 auf 93 Milliarden Kilowattstunden. mur (HB)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben