Solarenergie : Bosch will einen Platz an der Sonne

Bis 2017 sollen bei Bosch in der Solarsparte 7000 Mitarbeiter arbeiten – vor allem das Geschäft in Asien und Amerika soll wachsen.

Stuttgart - Bosch baut seine Solarsparte kräftig aus und will die Zahl der Beschäftigten in den nächsten sechs Jahren verdoppeln. „Wir planen einen Anstieg der Mitarbeiterzahl von derzeit 3500 auf 5000 im Jahr 2013 und auf mehr als 7000 Beschäftigte 2017“, sagte der Chef der Bosch-Solarsparte, Holger von Hebel, in Stuttgart. „Wir rechnen in den nächsten Jahren mit einem kräftigen Umsatzwachstum und hoffen, auch schnell die Zwei- und Drei-Milliarden-Euro-Grenze zu überschreiten.“

Im laufenden Jahr will der Stuttgarter Technologiekonzern mit der Photovoltaik erstmals mehr als eine Milliarde Euro erlösen – 2010 waren es rund 900 Millionen Euro. Vor allem Asien und Amerika sieht von Hebel als die großen Wachstumsregionen. „Europa und vor allem Deutschland hat in den letzten Jahren sehr gut ausgebaut, hier wird sich das Wachstum verlangsamen.“ Derzeit erwirtschaftet die Bosch-Solarsparte zwei Drittel des Umsatzes in Europa. „2017 werden wir etwa jeweils ein Drittel der Erlöse in Europa, Asien und Amerika haben.“

Bosch wolle dabei vor allem aus eigener Kraft wachsen, größere Zukäufe stünden nicht auf der Agenda, sagte der Manager. Dazu will das Unternehmen kräftig investieren. Jüngstes Beispiel: In Malaysia entsteht für rund 520 Millionen Euro ein neuer Standort. „Mit der Fertigung in Malaysia werden wir unsere derzeitigen Kapazitäten bis Ende 2013 verdoppeln.“ Nach dem Endausbau des Werks im Jahr 2014 sollen 2000 Menschen dort arbeiten, etwa so viele wie am Hauptstandort im thüringischen Arnstadt. „Wir denken natürlich auch darüber nach, mittel- bis langfristig im Wachstumsmarkt Amerika präsent zu sein“, befand er weiter.

Auch Deutschland werde von der weltweit wachsenden Nachfrage profitieren. „Die Forschungs- und Entwicklungszentrale sitzt hier, wir haben die weltweite Verwaltung hier, das heißt also wir werden auch in Arnstadt weiter wachsen“, sagte von Hebel. „Wir haben auch weitere Ausbaupläne in der Produktfertigung.“ Bosch bietet eine breite Angebotspalette von Modulen für Privathäuser bis hin zu ganzen Kraftwerken an. Die größte Herausforderung in den nächsten Jahren sei es, den Strom aus Sonnenenergie wettbewerbsfähig zu machen. „Wir müssen mit Fertigungstechniken, mit Einkaufsoptimierung und mit der Zusammenarbeit mit Lieferanten die Kosten senken und gleichzeitig technologisch den Wirkungsgrad erhöhen.“

Von Hebel peilt an, in sechs bis sieben Jahren „selbsttragende, wettbewerbsfähige Systeme“ auch in Ländern wie Deutschland zu haben, in denen die Sonne seltener scheine. In Italien oder Spanien werde dies schon 2012 der Fall sein. Bis dahin sei staatliche Förderung notwendig. „Man ist schon sehr viel in Vorleistung gegangen, vor allem in Deutschland“, sagte von Hebel. „Um das jetzt zur vollen Blüte zu bringen und die Früchte zu ernten, muss man stabile und planbare Rahmenbedingungen schaffen und halten. HB/dpa

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