Wirtschaft : Solarkampagne soll 300 000 neue Jobs schaffen

ROLF OBERTREIS

FRANKFURT (MAIN) .Bringt die Kampagne den erhofften Erfolg, dann wird es nicht nur ein Programm zur Entlastung der Umwelt, sondern auch ein Programm zur Ankurbelung der Konjunktur und zum Abbau der Arbeitslosigkeit."Solarkampagne 2000 Solar - Na klar", heißt die bislang größte Initiative in der Bundesrepublik, mit der die Nutzung der Solarwärme vorangetrieben werden soll.Acht Mill.DM wird die auf dreieinhalb Jahre angelegte Kampagne kosten.400 000 Quadratmeter zusätzliche Kollektorfläche auf deutschen Dächern sollen der Umwelt jedes Jahr 75 000 Tonnen Kohlendioxid ersparen.Vor allem die Geschäfte des Handwerks sollen angekurbelt werden, bis zum Jahr 2003 sollen bis zu 300 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden."Solar - Na klar" könnte nach Angaben von Projektleiter Maximilian Gege bis 2003 für Geschäfte mit einem Umsatzvolumen von vier bis fünf Mrd.DM sorgen.

Derzeit sind in Deutschland Sonnenkollektoren auf einer Fläche von etwa 400 000 Quadratmetern installiert.Bis 2003 sollen es mindestens 2,4 Mill.Quadratmeter sein, wie es in der vergangenen Woche bei der Eröffnung der Solar-Werbekampagne auf der Sanitärmesse ISH in Frankfurt hieß.Daß dies kein zu ehrgeiziges Ziel ist, machte Gege anhand von Zahlen klar.Rechnet man die Vorgaben auf einzelne Städte herunter, so müßten in Freiburg pro Jahr 194 Dächer mit Solarkollektoren bestückt werden, in Stuttgart 573.Derzeit wird die Solarwärme in Deutschland zu weit weniger als einem Prozent für die Energieversorgung eingesetzt."Aber der Markt für Solaranlagen ist in Bewegung", glaubt Gege.Das Interesse der Bevölkerung an der Solarenergie steige.Nach Angaben von Gege kann ein Vier-Personen-Haushalt im Jahresdurchschnitt etwa 60 Prozent seines Warmwasserbedarfs mit Solarwärme decken.Pro Person sei eine Kollektorfläche von nur 1,2 bis 1,5 Quadratmeter notwendig.Die Technik für Sonnenkollektoren sei ausgereift, viele Handwerksbetriebe hätten fundierte Erfahrung in der Planung und in der Montage solcher Anlagen.

Die Initiatoren von "Solar - Na klar" - dahinter steht vor allem der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewußtes Management (BAUM) - sind optimistisch.Auch deshalb, weil der politische Rückhalt durch die Schirmherrschaft von Bundeskanzler Gerhard Schröder und Umweltminister Jürgen Trittin groß ist und weil sich mit der Ruhrgas und der Allianz bereits zwei Großunternehmen hinter die Kampagne gestellt haben.

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