SOLARWERTE : Zweifel am Geschäftsmodell

Die Aktienkurse heimischer Solarunternehmen stehen seit Monaten verstärkt unter Druck: Förderkürzungen in vielen Ländern und die kostengünstige Konkurrenz aus Asien machen den Herstellern von Solarzellen, Modulen und Komponenten zu schaffen. Die Aktien von Q-Cells, Conergy, Solarworld und Solon verloren zuletzt deutlich.

Am Dienstag verunsicherte eine neue schlechte Branchennachricht die Anleger: Die Insolvenz des US-Unternehmens Evergreen Solar, einem Pionier der Branche. Seit zwei Jahren habe der Konzern versucht, sich gegen billiger produzierende Chinesen zu behaupten, hieß es aus den USA. Dafür wurde auch die eigene Herstellung aus Massachusetts in die Volksrepublik verlegt. Weil deutsche Hersteller ähnliche Schritte versuchen, um die Krise zu bewältigen, sorgte die Nachricht für heftige Abverkäufe. „Das ist kein gutes Signal für hiesige Solarfirmen, die genauso unter dem globalen Kosten- und Preisdruck leiden“, sagte ein Händler. SMA Solar fiel um 2,7 Prozent, Solarworld um 5,4, Phoenix Solar und Solar Millennium fielen jeweils um 5,3 Prozent.

Am Dienstag bestätigte der sächsische Solarzulieferer Roth & Rau den Abwärtstrend der Branche. Im ersten Halbjahr rutschte er mangels Aufträgen und wegen Umsatzverschiebungen tief in die roten Zahlen. Unter dem Strich betrug das Minus 18 Millionen Euro, nach fünf Millionen Euro Gewinn ein Jahr zuvor, teilte die Gesellschaft mit. In den ersten sechs Monaten ging der Umsatz um 22 Prozent auf 93 Millionen Euro zurück. Der Verlust beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 24,44 Millionen Euro nach gut sechs Millionen Gewinn im Vorjahreszeitraum. kph/rtr

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