Wirtschaft : Solidarfonds für Kurzarbeit bei ZF Sachs

7000 Mitarbeiter in Schweinfurt profitieren

Berlin - Der Autozulieferer ZF Sachs lässt 7000 Beschäftigte in Schweinfurt kurzarbeiten und gleicht dabei die Lohnabschläge über einen Solidarfonds zum Großteil aus. Rund elf Millionen Euro stehen in den kommenden Monaten zur Verfügung, um die Einkommen der Kurzarbeiter aufzustocken. Wer zum Beispiel die Arbeitszeit um zehn Prozent reduziert, bekommt künftig 98 Prozent des letzten Nettolohns, wer nur noch 50 Prozent arbeitet, immerhin noch 90 Prozent. Normalerweise gibt es bei Kurzarbeit 60 bis 67 Prozent des ausgefallenen Lohns von der Bundesagentur für Arbeit.

ZF Sachs ist Teil des Getriebeherstellers ZF Friedrichshafen, der weltweit rund 60 000 Personen beschäftigt. Bei ZF Sachs in Schweinfurt produzieren 7600 Mitarbeiter Kupplungen mit Stoßdämpfern. Im Januar gingen 550 Mitarbeiter in Schweinfurt in Kurzarbeit, inzwischen sind es 3500 und ab März sogar 7000. Nur das Personal in den Forschungsbereichen arbeitet weiterhin voll, derzeit vor allem an der Entwicklung von Hybrid-Technologie.

„Für die nächsten sieben Monate wird unsere Regelung reichen“, sagte Betriebsratschef Willy Dekant auf Anfrage. Die gut elf Millionen Euro haben man aus verschiedenen Töpfen zusammengekratzt. So stammten 3,5 Millionen Euro noch aus Rücklagen, die für die Einführung des neuen Eingruppierungssystems ERA in den vergangenen Jahren gebildet worden waren. Weitere 3,5 Millionen kommen über den teilweisen Verzicht auf Erfolgsprämien rein.

Die restlichen gut vier Millionen Euro steuern Dekant zufolge die leitenden Angestellten bei sowie die Bundesagentur für Arbeit, die nach dem Inkrafttreten des Konjunkturpakets II die bereits vom Arbeitgeber gezahlten Sozialabgaben für Kurzarbeiter an die Unternehmen zurückerstattet. „Mit den Mitteln werden wir versuchen, die Härten der Kurzarbeit abzumildern“, sagte Dekant. Die Hoffnung richtet sich dann auf den Herbst, wenn die Absatzkrise der Autoindustrie überstanden sein sollte und auch ZF wieder voll arbeiten kann. alf

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