Wirtschaft : Solidarität der Gewerkschaft: Kein Tarifvertrag in West-Berlin ohne Ost-Abschluss

Die Westberliner Metaller haben sich im Tarifkampf mit ihren Ostberliner Kollegen solidarisch erklärt. Für den Westteil der Stadt werde es keinen Tarifvertrag geben, solange kein tragfähiger Kompromiss für den Osten gefunden sei, beschlossen die Tarifkommissionen der IG Metall für Berlin und Brandenburg am Mittwoch einstimmig in der Hauptstadt.

In einer Resolution forderten die Gewerkschafter die Arbeitgeber auf, in den Verhandlungen am kommenden Montag ihre Blockadehaltung aufzugeben und mit der IG Metall in konstruktive Gespräche einzutreten. Die Tarifgremien verlangen neben der Übernahme des Abschlusses von Nordrhein-Westfalen konkrete Angleichungsschritte für den Osten, beispielsweise mit der Einführung vermögenswirksamer Leistungen.

Rund 33 000 Beschäftigte in 110 Betrieben Berlins, Brandenburg und Sachsen hätten seit Ende März mit Warnstreiks deutlich gemacht, dass die Ost-West-Angleichung für die Arbeitnehmer in den neuen Bundesländern "überfällig" sei, betonte IG Metall-Bezirksleiter Hasso Düvel.

Die Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg waren am Dienstagabend ergebnislos vertagt worden worden. Sie sollen am 10. April fortgesetzt werden. Die Termine für die Fortsetzung der Tarifverhandlungen in Mecklenburg-Vorpommern am 6. April und in Thüringen am 10. April wurden daraufhin abgesagt. Der zuständige IG Metall-Bezirkschef Hasso Düvel warf der Arbeitgeberseite vor, sie habe sich "noch nicht einen einzigen Millimeter auf dem Weg zur Ost-West-Angleichung der Löhne bewegt".

Die Verhandlungen wurden nach Gewerkschaftsangaben auf Wunsch der Arbeitgeberseite vertagt, weil dort auch nach zehnstündigen Gesprächen noch Beratungsbedarf bestanden habe. Die Gewerkschaft sei bereit, eine Lösung zu suchen.

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