Wirtschaft : Sommerflaute am Arbeitsmarkt Experten: Zahl der Joblosen steigtum 100000

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Nürnberg Auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland hat im Juli die übliche Sommerflaute eingesetzt. Experten rechnen nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen um etwa 100000 auf rund 4,8 Millionen. Das wären rund 440000 mehr als im Juli des vergangenen Jahres. Zwei Drittel der Differenz zum Vorjahr lassen sich allerdings auf statistische Effekte als Folge der Arbeitsmarktreformen zurückführen. Die Arbeitslosenquote würde damit im Monatsvergleich um 0,2 Punkte auf 11,5 Prozent steigen. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 10,5 Prozent gelegen.

Als Gründe für den saisonbedingten Anstieg nannten die befragten Analysten deutscher Großbanken vor allem den Beginn der Sommerferien in den meisten Bundesländern, verbunden mit Betriebsurlauben in vielen Unternehmen. Notwendige Neueinstellungen würden somit erst nach den Ferien vorgenommen. Konjunkturelle Impulse sind nach übereinstimmenden Angaben am Arbeitsmarkt noch nicht erkennbar.

Auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) erwartet im Juli steigende Arbeitslosenzahlen. Als Grund nannte der Minister das Quartalsende, zu dem viele befristete Arbeitsverhältnisse enden, und die Tatsache, dass sich viele Schulabgänger vorübergehend arbeitslos melden. Ab August erwartet Clement jedoch einen spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Deutschland sei „auf dem Weg zu einem wirklich stabilen Aufschwung“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Auch Analyst Alexander Koch von der Hypo-Vereinsbank sprach von ersten positiven Trends beim privaten Verbrauch. Diese würden sich aber erst in den kommenden Monaten auf den Arbeitsmarkt auswirken. Die offiziellen Zahlen für Juli gibt die Bundesagentur für Arbeit am kommenden Donnerstag in Nürnberg bekannt. dpa

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