Wirtschaft : Sommerschlussverkauf: Preissenkungen von bis zu 70 Prozent

Schnäppchenjäger können sich freuen: Für den am Montag beginnenden Sommerschlussverkauf haben die Händler teilweise 70-prozentige Preissenkungen angekündigt. Die Lager seien aufgrund des schlechten Wetters im Frühsommer und wegen der stagnierenden Kaufkraft teilweise randvoll, erklärte der Einzelhandelsverband BAG. Die Ware müsse nun durch drastische Preissenkungen unters Volk gebracht werden, um Platz für die Herbst- und Winterkollektionen zu bekommen.

Der vorzeitige Fall des Rabattgesetzes wird nach Ansicht des Handels jedoch keine Auswirkungen auf die Preise im Sommerschlussverkauf haben. BAG-Hauptgeschäftsführer Johann Hellwege sieht "keinen Spielraum" für weitere Nachlässe, da die Preise ohnehin bereits "scharf kalkuliert" seien. Für Verbraucher dürfte es also fast aussichtslos sein, um weitere individuelle Rabatte zu feilschen.

Vor allem der Textileinzelhandel hat in dieser Saison nicht die erhofften Umsätze erzielen können. Einer Umfrage zufolge sind hier bei 44 Prozent der Geschäfte die Lagerbestände höher als im Vorjahr. Die Fachgeschäfte, Mode- und Warenhäuser haben deshalb Preissenkungen um bis zu 50 Prozent und mehr angekündigt, um die Lager zu räumen, sagt HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. Der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) geht davon aus, dass einige Bekleidungsgeschäfte und Warenhäuser sogar Abschläge von bis zu 70 Prozent vom ursprünglichen Verkaufspreis vornehmen werden. Die Bestände drücken den Handel vor allem bei Damenkleidern, Röcken, Anzügen und Sakkos, Lederbekleidung, Kinderhosen und Badebekleidung.

Wer sich ab Montag bis zum 11. August ins Schlussverkauf-Gewühl stürzt, sollte Verbraucherexperten zufolge aber nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Qualität achten. So seien Vergleiche bei mehreren Händlern durchaus ratsam. War eine Ware schon vor dem Schlussverkauf reduziert, muss der Preis grundsätzlich zum SSV noch einmal gesenkt werden. Bei Textilien rät die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, besonders auf Qualität und Pflegekennzeichnung zu achten. Denn ein preiswertes Kleidungsstück, das der Kunde nicht selbst waschen kann und in die Reinigung bringen muss, verteuere schnell ein Schnäppchen. Grundsätzlich kann fehlerhafte Ware bis zu sechs Monaten nach dem Kauf reklamiert werden: Der Kunde kann einen Umtausch, eine Preisminderung oder die Erstattung des Kaufpreises verlangen.

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