Wirtschaft : Sommerurlaub zum Schnäppchentarif

Die Reisebranche hat ihre Preise erneut gesenkt. Wer früh bucht, mit Kindern reist oder auf den letzten Drücker fährt, spart noch mehr

Ragna Sieckmann

RICHTIG REISEN: SO FINDEN SIE DAS BESTE ANGEBOT

Die Reisebranche ist zuversichtlich: Die Terroranschläge von Madrid werden die Deutschen nicht davon abhalten, ihren Sommerurlaub in Spanien zu verbringen, glaubt der Deutsche Reisebüro und Reiseveranstalter-Verband (DRV). „So lange die Attentate keine touristischen Ziele betreffen, haben sie keine Auswirkungen auf den Tourismus“, sagt DRV-Sprecherin Sybille Zeuch.

Hinzu kommt: Das Reisen ist in diesem Jahr so billig wie lange nicht mehr. Die regulären Katalogpreise liegen unter dem Niveau des Vorjahres. Aber die will ohnedies kaum jemand bezahlen. Denn mit zusätzlichen Frühbucherrabatten, Kinderfestpreisen und Last-Minute-Angeboten lässt sich noch mancher Euro zusätzlich sparen. „Die Reisen stehen dieses Jahr um sieben bis zehn Prozent günstiger in den Katalogen als noch 2003“, sagt Zeuch. Beispiel gefällig? Bei Neckermann kostet eine Woche am Gardasee im Zwei-Zimmer-Appartement mit Halbpension 560 Euro. Vor einem Jahr waren es noch 700 Euro – ohne Essen.

Wer sich früh festlegt, kann noch mehr herausholen. Mit Rabatten bis zu 20 Prozent belohnen die Veranstalter früh entschlossene Kunden. In aller Regel heißt das: Gebucht werden muss bis zum 31. März. Thomas Cook gibt sogar bis zum Juni Frühbucherrabatte. Der Haken an der Sache: Wer am Ende doch von anderen Ländern träumt oder vielleicht schneller als geplant losfliegen will, zahlt drauf. Umbuchen oder Stornieren kostet mindestens 15 Prozent vom Reisepreis.

Besonders geeignet ist das frühzeitige Buchen für Familien: Sie müssen in den Schulferien Urlaub machen. Für diese Zeit ist es riskant, kurzfristig zu planen. Eltern können außerdem durch Kinderfestpreise sparen. Wie die Kinderrabatte aussehen und ob es sie überhaupt gibt, hängt vom Veranstalter ab.

Wer ungebunden und flexibel ist, kann ebenfalls sparen: mit Last-Minute-Reisen. Allerdings, räumt Markus Faller vom Last-Minute-Veranstalter L’tur ein, haben die Anbieter ihre Kontingente zurückgefahren. Für den Ausverkauf in letzter Minute bleiben weniger Reisen übrig als im letzten Jahr. „Anfang August könnte es knapp werden“, räumt Faller ein. Denn dann hat ganz Deutschland Schulferien.

Besonders billig sind in diesem Jahr Last-Minute-Städtereisen: Denn die Veranstalter arbeiten jetzt mit Billig-Airlines zusammen. „Auch auf den letzten Drücker gibt es Kurztrips für um die 100 Euro“, sagt Faller. Zum Beispiel zwei Tage Genf inklusive Übernachtung für 99 Euro oder Rom ab 129 Euro. Generell lassen sich mit Last-Minute bis zu 50 Prozent im Vergleich zum Katalogpreis sparen. Oder sogar mehr. Ausschließlich im Internet bietet L’tur jeden Abend „Super-Lastminute-Tickets“ an. Buchen auf gepackten Koffern: Die Tickets werden erst 72 Stunden vor Abflug verkauft. Dafür allerdings für höchstens 50 Prozent des Normalpreises.

Auf anderen Internetseiten geht es weniger hektisch zu. Online-Reisebüros wie Expedia.de sind rund um die Uhr erreichbar. Allerdings fehlt die persönliche Beratung. Per Klick kann bequem buchen, wer den Traumurlaub schon klar vor Augen hat: Ziel, Zeitraum, Art des Hotels. Für die Sicherheit beim Bezahlen sorgen Verschlüsselungssysteme. Fast alle deutschen Internet-Reiseanbieter seien sicher, so der DRV.

Preisvergleiche lohnen sich immer, egal ob sechs Monate oder sechs Tage vor Abflug. Direktanbieter wie die Kaffeekette Tchibo versuchen, den Kunden sogar diesen Vergleich zu ersparen: Eine „verlässliche Vorauswahl“ von etwa 30 Reisen stehen im Katalog. Jede Woche wechselt das Angebot. Frühbucherrabatte gibt es nicht, dafür fällt – wie beim Internet-Buchen – die Reisebüroprovision von zehn Prozent weg. Den Katalog gibt es beim Kaffee kaufen, gebucht wird per Internet oder Telefon.

Am schwersten ist es für Individualisten zu sparen. Die günstigste Möglichkeit sind Bausteinreisen: Flug, Unterkunft und andere Komponenten können frei kombiniert werden. Solche Angebote gibt es sowohl in Reisebüros als auch im Internet. Sie sind zwar teurer als Pauschalreisen, aber immerhin günstiger als alles einzeln zu buchen.

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