Wirtschaft : Sonnencreme

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PREIS DER WOCHE

Von Maren Peters

Es gibt Käufe, die macht man nur einmal im Jahr. Jetzt gerade ist zum Beispiel die jährliche Portion Sonnenmilch fällig. In vielen Kaufhäusern – wie etwa bei Karstadt am Hermannplatz – gibt es einen Extra-Stand nur für Sonnenprodukte. Links im Regal stehen die Flaschen mit dem winzigen Lichtschutzfaktor (LF) vier, nach rechts wächst der Faktor bis zur imposanten Größe 36. Je mehr Lichtschutz, desto teurer die Flasche. 5,59 Euro kostet etwa die 200 Milliliter-Flasche „Nivea Sun“ von Beiersdorf, wasserfest und mit LF vier. Die gleiche Flasche mit LF 16 kostet 9,59 Euro, für Faktor 30 sollen Sonnenanbeter 12,99 Euro bezahlen. Bei anderen Marken wie „Delial Plus“ von Sara Lee oder „Piz Buin“ von Johnson und Johnson sind die Unterschiede ähnlich groß.

Aber warum eigentlich? „Einen Sonnenfilter in die Creme einzuarbeiten ist nicht so einfach“, erklärt Hans-Jürgen Prick, Marketingleiter Hautpflege bei Beiersdorf. Diese chemischen Filter, die die Sonnenmilchhersteller bei Chemiefirmen wie BASF oder Ciba Geigy einkaufen, wandeln die krebserregenden UV-Strahlen im Sonnenlicht in unschädliche Strahlen um, die die Haut nicht mehr erröten lassen. „Je höher der Lichtschutzfaktor, desto komplizierter wird die Zusammensetzung der Sonnencreme“, sagt Prick. Was die Creme umso teurer macht.

Während eine mitteleuropäische Haut es ohne Schutz etwa 15 Minuten in der Sonne aushält, ohne zu verbrennen, verdoppelt der Lichtschutzfaktor zwei die Zeit auf etwa eine halbe Stunde. Schutzfaktor zehn verzehnfacht sie. Die meisten Mitteleuropäer greifen zu LF zehn. Zu Sonnenmilch mit LF 36 zieht es Menschen mit extrem empfindlicher Haut. „Davon produzieren wir nur eine kleine Auflage“, sagt Prick. Und je kleiner die Auflage, desto höher die Herstellungskosten pro Flasche. Auch darum ist Sonnenmilch mit hohem Schutzfaktor so teurer. Pech für die Hellhäutigen unter uns. Foto: Joker

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