Sony Deutschland : Schwarze Zahlen nach Verlustjahren

Sony Deutschland wird nach Angaben von Geschäftsführer Manfred Gerdes erstmals nach sieben Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben. Dennoch hat der Konzern noch einiges aufzuholen.

Berlin - "Wir liegen für dieses Jahr absolut auf der Zielgeraden", sagte Gerdes der Deutschen Presse-Agentur. Für das laufende Geschäftsjahr (bis Ende März 2007) will das Unternehmen den Umsatz effektiv um zehn Prozent steigern. "Derzeit sind wir sogar drüber", sagte Gerdes. Vor allem bei MP3- Playern und Navigationssystemen wolle das Unternehmen verlorenes Terrain wieder zurückerobern und 2007 die Marktposition mit neuen Produkten ausbauen.

In den vergangenen neun Monaten habe sich besonders die TV-Sparte mit einer Wachstumsrate von über 130 Prozent als Umsatztreiber erwiesen, sagte Gerdes. "Alles in allem spüren wir einen positiven Aufwind." Nach erfolgreicher Restrukturierung im vergangenen Jahr und dem Verkauf der Immobilie in Köln wird zum April/Mai 2007 auch der Umzug nach Berlin abgeschlossen sein. Die operativen Kosten habe Sony inzwischen um 30 Prozent senken können. Die Zahl der Mitarbeiter wurde im Geschäftsjahr 2005 um ein Drittel auf 450 Beschäftigte reduziert.

Auch von neuen Entwicklungen aus dem Hause Sony verspricht sich Gerdes weiteren Auftrieb. Für das unter anderem von Sony unterstützte DVD-Nachfolgeformat Blu-ray gebe es "kein Risiko für den Erfolg". Alle "relevanten Unternehmen" aus der Unterhaltungselektronik hätten sich für dieses Format entschieden. Der Markt werde sich aber langsam entwickeln. Einen kräftigen Schub erwartet Gerdes durch Sonys neue Spielekonsole PlayStation 3, die die Verbreitung des Formats maßgeblich unterstützen werde.

PS3 soll Blu-ray-Disk zum Durchbruch verhelfen

"Die PS3 wird mit Sicherheit bereits in den ersten Wochen nach Markteinführung in Deutschland mit der Zahl der verbreiteten Blu-ray- Laufwerke die Markterwartungen aller Hersteller für das erste Jahr übertreffen", sagte Gerdes. In Europa will Sony die PS3 im März 2007 auf den Markt bringen. Einen Media-PC mit integriertem Blu-ray-Player und -Recorder hat Sony Deutschland seit Oktober im Programm.

Derzeit konkurrieren die Blu-ray-Disc und die HD-DVD um die Nachfolge der DVD. Beide Formate nutzen blaues statt rotem Laserlicht, das wegen seiner kürzeren Wellenlänge deutlich mehr Daten auf eine Silberscheibe brennen kann. Mit einem Fassungsvermögen von rund 30 (HD-DVD) und 50 Gigabyte (Blu-ray) eignen sich die Medien vor allem für die Speicherung von Filmen in HD-Qualität, die nicht mehr auf eine herkömmliche DVD passen würden. Blu-ray wird dabei von den Herstellern wie Sony, Philips und Panasonic unterstützt, das Lager der HD-DVD-Befürworter umfasst neben Toshiba und NEC auch Unternehmen aus der Computerindustrie wie Microsoft und Intel. (tso/dpa)

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