Wirtschaft : Sony erwartet noch ein schweres Jahr MP3-Markt zu lange ignoriert

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Düsseldorf Sony hat wegen anhaltender Probleme in der Sparte Konsumelektronik das schlechteste Quartalsergebnis seit zwei Jahren vorgelegt. Nur die guten Verkaufszahlen der neuen tragbaren Spielekonsole PSP haben Umsatz und Ergebnis des Elektronikkonzerns ein wenig nach oben ziehen können. Am Ende stand ein Quartals-Minus von 56,5 Milliarden Yen (rund 411 Millionen Euro). Für das gerade begonnene Finanzjahr prognostiziert Sony einen Einbruch des Nettoertrags um 51 Prozent auf dann rund 80 Milliarden Yen – zum Teil, weil Sondereffekte in Höhe von 67,9 Milliarden Yen wegfallen, die dazu beigetragen hatten, den Überschuss um 85 Prozent auf 163,8 Milliarden Yen zu steigern.

Als Grund werden erneut hohe Restrukturierungskosten für die Sparte Konsumelektronik genannt. Sie ist das mit Abstand größte Problemfeld, das der neue Sony-Vorstandschef Howard Stringer mit Priorität angehen muss. Der 63-Jährige ist der erste Nicht-Japaner an der Spitze des Unternehmens.

Den Markt für MP3-Musikspieler hatte Sony zu lange ignoriert, Fehlentscheidungen im TV-Geschäft hatten den Marktanteil der Japaner im wichtigsten Marktsegment einbrechen lassen. Während Apple Computer alleine 5,1 Millionen „iPod“-Player im Quartal verkauft hat, konnte Walkman-Erfinder Sony im vergangenen Jahr nur 850 000 MP3-Spieler verkaufen. Dieses Jahr sollen es 4,5 Millionen werden. Die Sparte TV-Geräte ist mit einem Minus von 25 Milliarden Yen im Finanzjahr sogar tief in den Verlustbereich gerutscht. Sony hofft, in diesem Jahr mit dem Start der ersten eigenen Produktion für LCD-Bildschirme die Wende zu schaffen. Sie werden zusammen mit Samsung entwickelt

Insgesamt steht Sony mit seiner schwächeren Ergebnisprognose für 2005 ähnlich da wie die Konkurrenz. LG Electronics, Samsung und Philips hatten zuvor über heftigen Preisdruck bei Konsumelektronik und Halbleitern berichtet. Philips hatte im ersten Quartal 2005 einen Einbruch des Nettoergebnisses um 79 Prozent gemeldet. pos/HB

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