Wirtschaft : Sony startet Angriff auf die Floppy-Disk

MÜNCHEN (AFP).Mit der Entwicklung der 3,5-Zoll-Diskette vor 18 Jahren begann für Sony der Siegeszug dieses Speichermediums.Jetzt nimmt der japanische Elektronikkonzern Anlauf, das erfolgreichste Sicherungsmedium in der Computergeschichte aus den Rechnern zu verbannen.Auf der am Montag beginnenden Computermesse Systems in München will Sony mit dem HiFD-Laufwerk (High Capacity Floppy Disk) das Ende der Floppy einläuten.Nach Herstellerangaben soll der Disketten-Nachfolger mit Platz für 200 Megabyte Daten geräumiger und um ein Mehrfaches schneller sein als die in der gleichen Preisregion um 250 Mark angesiedelten Konkurrenzprodukte LS 120 und Zip.

Computernutzer zeigen sich bei Speichermedien resistent gegen Innovationen, obgleich zur Sicherung etwa von Windows 95 mehr als 40 Disketten nötig sind.Vobis startete einen Versuch, alle Rechner statt mit Floppy mit LS 120 auszurüsten, doch die Kundschaft sprang nicht an.Dabei können LS-120-Laufwerke ebenso wie HiFD-Geräte auch die bisherigen Disketten lesen.

Den Namen "Floppy" haben die in den Kindertagen des Computers üblichen 5,25 Zoll großen schlaff-flexiblen Magnetscheiben in der Papierhülle geprägt.Erst Sonys kleinere Scheibe im Plastikmantel brachte auf dem Mitte der 80er Jahre erwachenden PC-Konsumentenmarkt den Durchbruch.Seither lieferte weltweit und quer durch alle Betriebssysteme kaum ein Computerhersteller einen Rechner ohne das Laufwerk.

Das Tabu durchbrach in diesem Jahr Apple mit seinem Internetrechner "iMac", der ohne Floppy auskommen muß.Apple will so den Abschied von der Diskette vorantreiben.Ein Problem haben alle Disketten-Nachfolger: Solange die Computer-Hersteller die Konkurrenzprodukte nicht sauber in ihre Systeme einbinden, ist nach einem Absturz eine Diskette notwendig.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben