Wirtschaft : Sony verliert den Anschluss

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Von Maurice Shahd

„It’s not a trick, it’s a Sony!“ Der Werbespruch des japanischen Elektronikkonzerns spiegelt dessen Selbstverständnis wider. Für den Erfinder des legendären Walkman waren Innovationen immer schon die Grundlage seines Erfolges. Sony war es schon immer wichtiger, einen Yen mehr für ein gutes Produkt und schickes Design auszugeben, als Billigware zu verkaufen. Die Kunden waren bereit, für gute Ideen auch höhere Preise zu zahlen.

Bisher. Doch Sony scheint das Gefühl für die Wünsche der Kunden verloren zu haben. Schon seit geraumer Zeit macht das Unternehmen kaum noch Gewinne. Wichtige Neuerungen auf dem Markt für Unterhaltungselektronik hat Sony schlicht verschlafen. Beim Nachfolger des Walkman, dem digitalen MP3Player, und DVD-Rekordern hinkt Sony der Konkurrenz hinterher. Besonders ärgerlich ist die Schwäche Sonys bei Fernsehern mit Flachbildschirmen. Zwar gibt es die Technik schon seit Jahren, aber jetzt erobern sie dank sinkender Preise den Massenmarkt. Die Nachfrage nach herkömmlichen Röhrenfernsehern bricht dagegen ein, die Preise für die Geräte rauschen in den Keller. Sony war auf diese Entwicklung nicht vorbereitet und bleibt nun auf seinen veralteten Trinitron-Fernsehern sitzen. Den Ton auf dem TV-Markt geben jetzt Firmen wie Sharp oder Samsung aus Südkorea an. Um die wachsende Nachfrage nach Flachbildschirmen zu befriedigen, muss sich Sony sogar von Samsung beliefern lassen.

Sony reagiert mit Einsparungen auf die Krise. Werke werden geschlossen, Mitarbeiter entlassen und sogar bei Forschung und Entwicklung wird gespart. Der Sparkurs bei der Forschung birgt aber Gefahren. Kurzfristig lässt sich damit die Profitabilität erhöhen. Aus der Krise kommt der Konzern aber nur, wenn er in gute neue Ideen investiert.

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