Wirtschaft : Soros kritisiert Euro/Kinkel stimmt ihm zu

BONN/LONDON (Tsp).Der international bekannte Finanzier George Soros ist der Ansicht, daß der Euro auf lange Sicht eine schwache Währung bleiben wird.Im liberalen britischen "Guardian" begründete Soros seine Befürchtungen mit "fundamentalen Mängeln in der Struktur der Europäischen Währungsunion." Der in London lebende gebürtige Ungar sagte, der Euro-Verfall auf den Devisenmärkten habe die Glaubwürdigkeit der Einheitswährung bereits geschädigt.Verantwortlich für die Euro-Schwäche seien "interne Spannungen, die in einer Einheitswährung ohne eine gemeinsame Steuerpolitik begründet sind".

Auch politische Gründe seien für die Schwäche verantwortlich.Soros verwies auf Spannungen zwischen der Bonner Regierung, der Deutschen Bundesbank und der Europäischen Zentralbank.Aber auch die Tatsache, daß Frankreich und andere EU-Länder jetzt mehr Mitsprache bei europäischen Währungs- und Steuerfragen hätten, spiele eine Rolle.Dies sei der "Preis", den Deutschland aufgrund von Abmachungen zwischen dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl und dem französischen Präsidenten Francois Mitterrand "für die deutsche Einheit zu zahlen hat", sagte Soros.

Der ehemalige deutsche Außenminister und jetzige FDP-Bundestagsabgeordnete Klaus Kinkel pflichtete Soros bei dessen Kritik am Euro bei.Soros "hat recht", sagte Kinkel dem Tagesspiegel am Donnerstag, wenn er sage, daß es im Hinblick auf den Euro in Deutschland Grund zur Beunruhigung gebe.

Die Bundesregierung, so Kinkel, habe mit ihrer chaotischen, vertrauenzerstörenden Politik, mit den fortwährenden Forderungen an die Geldpolitik und den Angriffen auf die Europäische Zentralbank den Euro geschwächt und heruntergeredet.Deutschland, so Kinkel, benötige aber als drittgrößte Wirtschafts- und zweitgrößte Exportnation dringend einen starken Euro als Dollar Europas, in den Investoren vertrauen.Stattdessen sei "Stillschweigen im Walde".

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