Soziale Netzwerke : Zynga-Desaster könnte Facebook-Zahlen belasten

Die Börse hatte auf einen neuen Star gehofft, als sich der Onlinespiele-Entwickler Zynga Ende vergangenen Jahres aufs Parkett traute. Nun sieht es für die Erfinder von "Farmville" gar nicht gut aus.

I love play - nur nicht die Spiele von Zynga. Danach sieht es jedenfalls aus.
I love play - nur nicht die Spiele von Zynga. Danach sieht es jedenfalls aus.Foto: dpa

Eine schwache Vierteljahresbilanz des Online-Spieleherstellers Zynga überschattet die am späten Donnerstag anstehende Bekanntgabe der Facebook- Quartalszahlen. Zynga steuerte zuletzt 15 Prozent zum gesamten Facebook-Umsatz bei. Anleger verloren jede Geduld mit dem Spielehersteller. Im frühen Donnerstagshandel an der US-Technologiebörse Nasdaq stürzte der Kurs um rund 40 Prozent auf drei Dollar ab. Der „Farmville“-Erfinder hatte seine Aktie erst im Dezember zum Preis von zehn Dollar an die Börse gebracht.

Damals wurde Zynga noch als künftiger Börsenstar mit einem Wert von bis zu 20 Milliarden Dollar gehandelt. Das Geschäft entwickelt sich jedoch nicht wie erhofft. Allein von April bis Juni machte das Unternehmen fast 23 Millionen Dollar Verlust. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch 1,4 Millionen Dollar verdient. Dass es bei der Vorlage der Zahlen auch die Jahresprognose kassierte, gab der Aktie den Rest. „Dieses Quartal ist ein Desaster“, sagte Analyst Arvind Bhatia von Sterne Agee.

Bei Zynga ist das eigentliche Spiel kostenlos, der Entwickler verdient sein Geld innerhalb der Simulation mit dem Verkauf virtueller Güter wie Traktoren in „Farmville“ oder Gebäuden in „Cityville“. Facebook bekommt einen Anteil an diesen Einnahmen. Der tägliche Umsatz pro Nutzer ging im bilanzierten Vierteljahr um rund zehn Prozent zurück.

Derzeit baut Zynga zwar eine unabhängige Plattform auf und steckt viel Geld in mobile Spiele, die auf Smartphones und Tablets laufen. Noch aber haben Zynga und Facebook eine fast symbiotische Verbindung: Zu 90 Prozent hängen die Umsätze an den Facebook-Spielen. Das hinterlässt auch bei den Aktionären des sozialen Netzwerks Wirkung. Die Facebook-Aktie verbilligte sich um mehr als sechs Prozent. Da nützten auch erneute Gerüchte um ein eigenes Facebook- Smartphone nichts. (sf/dpa)

2 Kommentare

Neuester Kommentar