Wirtschaft : Soziale Unternehmer gesucht

Die Berliner Kammern schreiben Franz-von-Mendelssohn-Medaille aus.

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Gabriele Sawitzki, Betreiberin der Rixdorfer Schmiede, wurde im vergangenen Jahr ausgezeichnet. Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Gabriele Sawitzki, Betreiberin der Rixdorfer Schmiede, wurde im vergangenen Jahr ausgezeichnet. Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Berlin - Zum neunten Mal schreiben die Präsidenten von IHK und Handwerkskammer, Eric Schweitzer und Stephan Schwarz, die Franz-von-Mendelssohn-Medaille aus, mit der besondere bürgerschaftliche Aktivitäten ausgezeichnet werden. Der mit insgesamt 10 000 Euro aus dem Privatvermögen der Spender dotierte Preis ist nach dem Berliner Unternehmer und Mäzen Franz von Mendelssohn benannt. Mendelssohn war von 1914 bis 1931 Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Berlin. In einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, von 1921 bis 1931, amtierte der jüdische Bankier auch als Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages.

Die Stifter des Preises weisen darauf hin, dass eine intakte Gesellschaft neben einem funktionierenden Staat und einer starken Wirtschaft auch auf bürgerschaftliches Engagement angewiesen sei. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer seien als Stifter oder Sponsoren aktiv. Ihre Bemühungen sollen durch die Verleihung der Franz-von-Mendelssohn-Medaille sichtbar gemacht und gewürdigt werden. Andere will der Preis ermutigen, sich ebenfalls in die Bürgergesellschaft mit Aktivitäten vor allem auch zugunsten Benachteiligter einzubringen. Über die Vergabe des Preises entscheidet eine Jury aus Vertretern beider Kammern, der Wirtschaft, Kultur und des gesellschaftlichen Lebens. Der Bewerbungszeitraum beginnt am 15. August und endet am 12. September. Der Text der Bewerbung sollte 3500 Zeichen nicht übersteigen. Eingesandte DVDs, Power-Point-Präsentationen und Ähnliches werden nicht in die Bewertung einbezogen.

Durch diese Beschränkung sollen gerade auch kleinere Unternehmen ermuntert werden, sich ohne aufwendige technische Vorbereitung zu bewerben. Die Einreichungen der vergangenen acht Jahre haben gezeigt, dass es sehr oft gerade von Inhabern geführte, kleine Betriebe sind, in denen sich über einen langen Zeitraum hinweg nicht nur die Eigentümer, sondern auch alle Mitarbeiter sozial engagieren. Im vergangenen Jahr zum Beispiel ging der erste Preis an Gabriele Sawitzki, die Betreiberin der Rixdorfer Schmiede, die aus dem Gebäude einen wichtigen Nachbarschaftstreff mit Ausstellungen und Konzerten gemacht hat.

Ebenfalls einen Preis erkannte die Jury dem Familienbetrieb Trattoria a Muntagnola von Pino Bianco zu. Die Familie Bianco lädt jeden Mittwoch Kinder der benachbarten Integrationskita Fuggerstraße zum Mittagessen ein und sammelt Spenden für die Kinder. Aber auch eines der Berliner Großunternehmen, die Gasag, wurde für sein soziales Engagement ausgezeichnet. Die Gasag hilft der Bühnenkunstschule Academy in Kreuzberg finanziell und personell. Das ist ein Integrationsprojekt für Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren, die in der Academy in Tanz, Theater und Gesang unterrichtet werden. Gerd Appenzeller

Die Bewerberadresse: Franz-von-Mendelssohn-Kuratorium, c/o Handwerkskammer Berlin, Blücherstraße 68 in 10961 Berlin. Bewerbungen per E-Mail gehen an:

mendelssohn@hwk-berlin.de

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