Wirtschaft : Spätstarter holt auf

SLOWAKEI

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Blicken westeuropäische Medien nach Osten, dann übersehen sie häufig die Slowakei: Der seit 1993 unabhängige Staat liegt im Schatten des Nachbarn Tschechien. Berichtet wurde vor allem über den ExMinisterpräsidenten Vladimir Meciar, der der Slowakei einen autoritären und nationalistischen Stempel aufdrückte. Seit vor vier Jahren das Anti-Meciar-Bündnis unter Mikulas Dzurinda an die Macht kam, hat die Slowakei in Sachen Strukturreformen und Westintegration stark aufgeholt. Obwohl die EU die Beitrittsverhandlungen mit der Slowakei erst Anfang 2000 aufnahm – zwei Jahre später als mit Tschechien – hat das Land seitdem den 30 Kapitel umfassenden Forderungskatalog an die Beitrittskandidaten fast vollständig abgearbeitet. Viele deutsche Großunternehmen wie Siemens, Eon, Deutsche Telekom oder Metro haben in der Slowakei investiert. Volkswagen stellt in der Hauptstadt Bratislava jährlich ungefähr 200 000 Autos her. Auch das Wirtschaftswachstum kann sich mit 3,3 Prozent (2001) sehen lassen. Allerdings ist die Arbeitslosenquote mit 18,6 Prozent (2001) relativ hoch. Die in der Slowakei traditionell stark vertretene Schwerindustrie hat im internationalen Wettbewerb große Schwierigkeiten. Vorbild für viele slowakische Reformpolitiker ist ihr Landsmann Alexander Dubcek, der in den sechziger Jahren den „Prager Frühling“ einleitete. jaf

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