SPANIEN : SPANIEN

STAATSVERSCHULDUNG:



64 Prozent

KURSVERLUST SEIT 1. JULI:

15 Prozent (Madrid Ibex 35)

Ihr Land sei „sehr weit davon entfernt, gerettet werden zu müssen“, sagte Spaniens Finanzministerin Elena Salgado dieser Tage. Es herrsche lediglich „Instabilität auf den Märkten für Staatsschulden“. Tatsächlich wurden die Iberer zu dem Zeitpunkt längst gerettet – von der Europäischen Zentralbank, die wieder Staatsanleihen des Landes kaufte und damit den Druck der Märkte linderte. Dabei hat Spanien Rettung eigentlich schon seit Jahren nötig: Seit 2008 steckt das Land in der Krise, die Arbeitslosigkeit liegt bei 20 Prozent, unter den Jugendlichen sogar bei 45 Prozent. Das sind noch immer die Folgen der Immobilienblase, die jahrelang für traumhafte Wachstumsraten sorgte. Vorbei: Es geht im Kriechtempo vorwärts, weil Madrid sparen muss, um das Vertrauen der Märkte wiederzuerlangen. In diesem Jahr will die sozialistische Regierung das Defizit auf sechs Prozent drücken von 9,2 Prozent in 2010 und 11,1 Prozent in 2009. Der scheidende Premier José Luis Zapatero hat nun sogar die Parlamentswahlen um vier Monate vorgezogen, um eine Legitimation für nötige Reformen zu haben. Das Problem ähnelt dem Griechenlands: Spanien ist kaum wettbewerbsfähig. Die Exporte an wirtschaftlich starke Länder der Euro-Zone wie Deutschland sowie der Tourismus bleiben die einzigen Wachstumspfeiler des 40-Millionen-Einwohner-Landes. Aber bereits vor der Schuldenkrise stellte eine EU-Studie fest, dass Löhne und Gehälter um zweistellige Prozentsätze sinken müssten, damit das Land hier konkurrenzfähig ist. Womöglich hilft selbst eine solche Rosskur kurzfristig nicht. Wie 2008 sind in den vergangenen Tagen die Banken in den Fokus geraten. Vor allem kleine und mittelgroße Institute aus Spanien haben Probleme, sich zu refinanzieren. Beim Stresstest für Europas Institute waren im Juli fünf der insgesamt acht Häuser durchgefallen – obwohl die Kriterien für die Simulation äußerst moderat gewählt waren. brö

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