Wirtschaft : Spaniens Banken erhalten 37 Milliarden Euro

Brüssel - Spaniens marode Banken sollen zunächst 37 Milliarden Euro von den Euro-Partnern erhalten. Diese Summe nannte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Mittwoch in Brüssel. Das Geld sollen die vier vom Staat geretteten Banken bekommen, allen voran die Großbank Bankia. Neben Bankia handelt es sich um die NCG Banco, Catalunya Banc und Banco de Valencia.

Almunia zufolge stammen die Gelder aus dem Rettungsfonds ESM und fließen an den staatlichen Bankenrettungsfonds Spaniens. Die Euro-Partner hatten Madrid im Juli ein Sonderprogramm für marode Banken von bis zu 100 Milliarden Euro zugesichert. Bald war aber klar, dass nur etwa 40 Milliarden Euro nötig sind. Nun steht der Betrag offiziell fest. Nach Angaben von EU-Diplomaten werden die Euro-Finanzminister bei ihrem nächsten Treffen am kommenden Montag über die Freigabe der Summe beschließen.

Spanien hatte die Banken mit Milliarden vor der Pleite gerettet, allein Bankia benötigt knapp 18 Milliarden Euro Hilfen. Am 20. Dezember will die EU-Kommission über Hilfen für weitere spanische Banken entscheiden. Spaniens Finanzhäuser leiden unter dem Platzen der Immobilienblase und sitzen auf faulen Krediten in Milliardenhöhe.

Die Gelder sind mit harten Einschnitten verbunden. So haben sich die vier Banken laut EU-Kommission verpflichtet, radikal zu schrumpfen. Dazu gehört zunächst, dass aus vier Häusern drei werden: Banco de Valencia wird vom heimischen Rivalen Caixabank geschluckt. Die verbliebenen werden ihre Bilanzen drastisch ausmisten, mehr als 60 Prozent der Vermögenswerte müssen binnen fünf Jahren raus. Ferner sind Zukäufe verboten, die Vergütungen werden gedeckelt. Das größte der vier Institute ist Bankia, die 2010 aus der Fusion von sieben Sparkassen hervorging. Sie will rund 6000 Beschäftigte entlassen – mehr als ein Viertel der Belegschaft – und damit im kommenden Jahr wieder Gewinne schreiben. NCG Banco und Catalunya Banco sollen nach der Sanierung verkauft oder geschlossen werden. rtr

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