Spaniens Königshaus : Juan Carlos streicht das Weihnachtsgeld

Das spanische Königshaus will in Zeiten der Krise ein Zeichen setzen. Monarch Juan Carlos spart am Gehalt - nicht nur an seinem eigenen.

65 Milliarden Euro will Spaniens Premier Rajoy (l.) den Bürgern abnehmen. Auf 100.000 Euro verzichten König Juan Carlos (r.) und seine Entourage. Foto: Reuters
65 Milliarden Euro will Spaniens Premier Rajoy (l.) den Bürgern abnehmen. Auf 100.000 Euro verzichten König Juan Carlos (r.) und...Foto: Reuters

Ein Krisenopfer soll es sein. König Juan Carlos und Kronprinz Felipe haben beschlossen, ihr Bruttojahresgehalt um 7,1 Prozent zu kürzen, wie ein Vertreter des Königshauses am Dienstag mitteilte. Das Gehalt vor Steuern des Königs würde sich damit um 20.910 Euro verringern. Kronprinz Felipe kassiert 10.455 Euro weniger.

Auch die übrigen Mitglieder des spanischen Königshauses sollen sparen. Juan Carlos habe beschlossen, die Ausgaben für protokollarische Aktivitäten der übrigen Mitglieder ebenfalls um 7,1 Prozent zu reduzieren, hieß es.
Zudem werde das Weihnachtsgeld für alle Personen mit leitenden Funktionen im Königshaus, mit Ausnahme des Verwaltungschefs, und für die dort Angestellten gestrichen.

Um das hohe Haushaltsdefizit zu reduzieren, hatte die spanische Regierung vergangenen Freitag drastische Sparmaßnahmen angekündigt. Dazu zählt auch die Streichung des Weihnachtsgeldes für alle Staatsbediensteten.

Das Königshaus wird durch die jetzt verkündeten Maßnahmen den Angaben zufolge 90.000 und 100.000 Euro einsparen. Dieser Betrag soll zurück in die Staatskasse fließen.

Das jährliche Budget, dass der spanische Staat dem Königshaus zuweist, wird sich durch die Sparmaßnahmen in diesem Jahr auf 8,16 Millionen Euro verringern. Das seien gut 265.000 Euro weniger als im Jahr 2011.

Kürzlich hatte Spanien als viertes Euro-Mitglied nach Griechenland, Irland und Portugal Hilfen aus dem Rettungsschirm EFSF beantragt. Die spanischen Banken haben nach Schätzungen einen Kapitalbedarf von rund 60 Milliarden Euro, nachdem sie sich in den vergangenen Jahren mit Immobilienkrediten verzockt hatten. (dpa)

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