Wirtschaft : Spanier, Schweden und Portugiesen senken die Zinsen

MADRID / STOCKHOLM / LISSABON (rtr/AFP).Knapp zwei Monate vor dem Start der gemeinsamen europäischen Währung haben der Euro-Anwärter Spanien und sein EU-Partner Schweden ihre Leitzinsen erneut gesenkt.Portugal, daß ebenfalls zu den Euro-Startern gehört, zog nach.Die spanische Notenbank verminderte den Zinssatz für Wertpapier-Pensionsgeschäfte am Dienstag um 0,25 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent.Schwedens Reichsbank senkte ihren Satz um ebenfalls einen Viertelpunkt; dort liegt er nunmehr bei 3,85 Prozent.Sie begründete ihre Entscheidung damit, daß sie in den kommenden 24 Monaten eine Inflationsentwicklung unterhalb der Ziellinie von zwei Prozent erwarte.Schwedens sozialdemokratischer Ministerpräsident Göran Persson hatte sich ebenso wie mehrere andere Regierungschefs der EU-Länder für eine Lockerung der Geldpolitik durch Zinssenkungen ausgesprochen.Die Bank von Portugal senkte den Zinssatz für sogenannte Einlagenzertifikate von 3,4 Prozent auf 3,8 Prozent.Zudem schrieb die Notenbank zu einem variablen Zinssatz eine Tender in Höhe von zehn Mrd.Escudos (umgerechnet rund 97 Mill.DM) aus.

Der Satz für Wertpapier-Pensionsgeschäfte war in Spanien zuletzt am 6.Oktober um 0,5 Punkte vermindert worden.Die schwedische Reichsbank hatte den auch als Refinanzierungssatz bezeichneten Zins zuletzt im Juni um 0,25 Prozentpunkte gesenkt.

Die Schweizer Notenbank dagegen erhöhte den Lombardsatz um 0,125 Punkte auf genau drei Prozent.Spanien zählt zu den elf Staaten der Europäischen Union (EU), die im Januar den Euro einführen wollen.Schweden nimmt mit Großbritannien, Dänemark und Griechenland zunächst nicht teil.Die Schweiz ist nicht EU-Mitglied und daher auch kein Anwärter auf den Euro.

Die Leitzinsen der Euro-Staaten sollen zum Start der gemeinsamen Währung im Januar auf einheitlich niedrigem Niveau stehen.In der vergangenen Woche hatte die italienische Zentralbank ihre Leitzinsen um jeweils einen ganzen Prozentpunkt gesenkt.Der in Deutschland als "dritter Leitzins" geltende Satz für Wertpapier-Pensionsgeschäfte liegt in der Bundesrepublik und Frankreich seit Monaten bei 3,3 Prozent.

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